Aus der Geschichte von St. Georg

Im neubarocken Stil erhebt sich die Kirche St. Georg in Hausen auf einer Anhöhe. Die alte Pfarrkirche St. Georg, damals das typische Dorfgotteshaus mit Spitzhelm, stammte aus dem 15. Jahrhundert und lag mitten im noch heute genutzten Friedhof. Der Dreißigjährige Krieg hinterließ schwere Schäden. Reparaturen und bauliche Veränderungen im 18. Jahrhundert veränderten die Statik.

St. Georg war bis 1810 ein Wallfahrtsort. Um 1900 ließ sein Zustand den Wunsch nach einem Neubau laut werden. Auch wuchs die Zahl der Kirchgänger, weil die Menschen bis aus Malzbach, Wollentshofen und Zant, teilweise sogar aus Erlheim und Ransbach nach Hausen kamen. Doch zuerst wurde 1905 der Pfarrhof neu errichtet. Initiator für den Neubau der Kirche war Pfarrer Josef Graser (von 1889 bis 1907 in Hausen). Er musste sein Amt aus gesundheitlichen Gründen an Pfarrer Josef Scherr abgeben. Graser starb 1911, vermachte sein Vermögen der Hausener Kirche und wurde im Priestergrab auf dem Friedhof beerdigt.

Ein 1907 gegründeter Kirchenbauverein mit 35 Mitgliedern stimmte weiter die Planungen für einen Neubau ab. Das königliche Staatsministerium in München forderte, dass sich die neue Kirche dem Landschaftsbild anpassen müsse und nicht zu groß oder neuzeitlich wirken dürfe. 1911 beschloss die Kirchenverwaltung Abriss und Neubau, 1912 von Prinz Luitpold von Bayern abgezeichnet. Erste Pläne vom Architekt Johann Baptist Schrott aus München sahen eine mehr symmetrisch wirkende Außenkontur vor und innen halbrunde Nischen für die Seitenaltäre. Die Lage von Turm und Sakristei wurde später vertauscht.

Ende 1912 kaufte die Kirchenverwaltung bereits das Grundstück aus den Pfründen der Pfarrei. 1913 unterschrieb man die Verträge mit dem Architekt Schrott und dem Baugeschäft Kammerer aus Hohenburg. In der Grundmauer der Kirche ist an der West- und Nordseite außen das Jahr 1913 verewigt. In einer Niederschrift ist zu lesen, dass im Hochsommer 1913 der Rohbau größtenteils erstellt war. Ein vorgesehener dritter Ausgang an der Rückseite im Interesse der Sicherheit wurde zurückgestellt - darüber sollte "eine höhere Stelle" entscheiden. Am 12. Dezember 1913 wurde dieser weitere Ausgang auf der Wetterseite abgelehnt: Dieser abgelegendste Teil könne weder vom Pfarr- noch vom Schulhaus eingesehen werden. Zu Allerheiligen 1914 wurde im neuen, aber noch fast leeren Gotteshaus der erste Gottesdienst gefeiert.

Die unter Denkmalschutz stehenden drei Barockaltäre und die ganze Inneneinrichtung - Kanzel, Kirchen- und Beichtstühle sowie die Marien-Statue - wurden mitgenommen, restauriert und angepasst. Zum Gedenken an die Toten wurde 1926 an der Südseite ein Ehrenmal errichtet. Es zeigt den heiligen Georg auf einer Säule. Genannt sind die Kriegsteilnehmer 1871 und die Gefallenen der beiden Weltkriege. Drei Primizianten hatte die Pfarrei Hausen in den zurückliegenden 100 Jahren.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.