Aus, vorbei: Die CSU und der "Geist von Kreuth"

Legendäre Kulisse für Ansagen der CSU: Wildbad Kreuth, hier mit Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt. Archivbild: dpa
Die Hanns-Seidel-Stiftung verlässt ihr Domizil im oberbayerischen Wildbad Kreuth. Der Vorstand beschloss am Montag in München, den zum 31. März 2016 auslaufenden Mietvertrag im Einvernehmen mit dem Eigentümer, dem Haus Wittelsbach, nicht weiter zu verlängern. Ein neuer Mietvertrag wäre mit erheblich erhöhten finanziellen Belastungen verbunden gewesen, hieß es zur Begründung. Dadurch hätte die Bildungsarbeit der Stiftung eingeschränkt werden müssen. Seit 1975 befand sich in dem Anwesen das Bildungszentrum der CSU-nahen Stiftung. Dort fanden zu Beginn des Jahres regelmäßig die Klausurtagungen der Partei statt. Legendär wurde das Wildbad durch den "Kreuther Trennungsbeschluss". 1976 entschied sich die CSU-Landesgruppe unter Parteichef Franz Josef Strauß bei ihrer Klausurtagung, die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU im Bundestag aufzukündigen. Seither wurde mehrfach der "Geist von Kreuth" beschworen, wenn es um Profilierungsbestrebungen der CSU zulasten der Schwesterpartei ging. Der Trennungsbeschluss wurde aber schon nach wenigen Wochen kassiert und nie wirksam. Der Vorstand der Stiftung sicherte den Mitarbeitern im Bildungszentrum "alle nur möglichen Hilfestellungen bei den notwendigen Veränderungen" zu. Weitere Bildungshäuser der Hanns-Seidel-Stiftung sind in München und im oberfränkischen Kloster Banz.
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