Ausbildungen außerhalb des Betriebes können gezielt fördern
Fachkräftemangel entgegenwirken

Wohl auch in diesem Jahr wird zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres die Bundesagentur für Arbeit noch zahlreiche offene Ausbildungsplätze melden. Besonders Jugendliche mit schlechtem oder gar fehlendem Schulabschluss haben es trotzdem schwer, einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu finden. Für sie sind besonders Ausbildungsangebote nötig, die auf individuellen Förderbedarf eingehen und die jungen Menschen intensiv begleiten können.

In vielen Branchen, beispielsweise in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Technik, fehlen Fachkräfte. Dennoch werden vielfach Jugendliche nicht ausgebildet, weil sie als nicht ausbildungsreif oder -fähig gelten.

Eine aktuelle Untersuchung belegt hingegen einmal mehr, dass gerade auch schulschwache Jugendliche große Potenziale für Unternehmen bieten. Sie seien laut Untersuchung häufig sehr motiviert, praktisch zu arbeiten und zeigten sich loyal gegenüber ihren Arbeitgebern.

"Aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels muss alles daran gesetzt werden, möglichst viele junge Menschen, gerade auch leistungsschwächere, zu einem Berufsabschluss zu führen. Dabei ist für einen Teil von ihnen eine betriebliche Ausbildung nicht geeignet oder erreichbar", so Tim Balzer, Vorstandsmitglied des Verbands Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP). "Deshalb ist es wichtig, dass das Ausbildungssystem vielfältige Wege und Möglichkeiten bereit hält, welche die Bedürfnisse und Wünsche der Jugendlichen hinreichend berücksichtigen, damit möglichst viele von ihnen eine Ausbildung abschließen."

Außerbetriebliche Ausbildungsgänge spielen aufgrund ihrer vielfältigen Angebote, Flexibilität und Ausrichtung auf die Förderung von jungen Menschen mit Benachteiligungen eine wesentliche Rolle im beruflichen Bildungssystem und bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels. Eine Vielzahl von staatlich anerkannten Berufen kann an einer Berufsfachschule und somit außerbetrieblich, teils auch mit Kammerprüfungen, erlernt werden.

Einer der Vorteile von Ausbildungen, die außerhalb des Betriebes stattfinden, ist die umfassende Betreuung und Begleitung der Azubis durch Ausbilder, Lehrer und Schulsozialarbeiter. Der Praxisbezug wird hier durch eine enge Zusammenarbeit zwischen den Berufsfachschulen und den Unternehmen sowie durch mehrmonatige Berufspraktika gewährleistet.
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