Auschwitz-Prozess gegen Oskar Gröning vor dem Ende
Heute fällt das Urteil

Der Angeklagte Oskar Gröning vor Gericht in Lüneburg. Bild: dpa
Im Auschwitz-Prozess gegen den früheren SS-Mann Oskar Gröning soll heute vor dem Landgericht Lüneburg das Urteil verkündet werden. Das teilte der Vorsitzende Richter Franz Kompisch am Dienstag mit. Dem 94-jährigen Gröning wird Beihilfe zum Mord in mindestens 300 000 Fällen im Lager Auschwitz-Birkenau vorgeworfen.

Verteidiger Hans Holtermann forderte einen Freispruch. Gröning habe den Holocaust im strafrechtlichen Sinne nicht gefördert. Über den Dienst an der Rampe hinaus gebe es keinen Zusammenhang mit den Selektionen, bei denen entschieden wurde, ob die Verschleppten in den Arbeitseinsatz oder in den Tod im Gas geführt wurden. Auch durch das Zählen der Gelder habe Gröning den Massenmord nicht gefördert.

Der 94-Jährige sagte in seinem Schlusswort: "Auschwitz war ein Ort, an dem man nicht mitmachen durfte ... das ist mir bewusst", betonte Gröning. "Ich bereue aufrichtig, dass ich diese Erkenntnis nicht viel früher und konsequenter umgesetzt habe." Die Vertreter der Nebenklage forderten kein konkretes Strafmaß, hielten aber die von der Anklage geforderten dreieinhalb Jahre Haft für zu niedrig.
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