Auschwitz-Prozess: SS-Mann will reden
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Lüneburg.(dpa) Der angeklagte SS-Mann in einem der wohl letzten großen Auschwitz-Prozesse will aussagen. Der 93-jährige Oskar Gröning werde vor dem Landgericht Lüneburg Stellung nehmen, sagte sein Anwalt Hans Holtermann der "Allgemeinen Zeitung" Uelzen. Der Prozess wegen Beihilfe zum Mord in 300 000 Fällen beginnt am Dienstag. Im Falle einer Verurteilung droht Gröning eine Haftstrafe von mindestens drei Jahren.

Die Staatsanwaltschaft wirft Gröning vor, 1944 in Auschwitz-Birkenau aus dem Gepäck angekommener Häftlinge Geld genommen und an die SS weitergeleitet zu haben. Dem damaligen SS-Unterscharführer sei bewusst gewesen, dass die Häftlinge nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet wurden.

Dem Angeklagten sei zugutezuhalten, dass er in Gerichtsverfahren gegen andere SS-Männer ausgesagt habe, sagte Holtermann. Zudem habe sich Gröning aktiv auch öffentlich mit seiner Beteiligung an den NS-Verbrechen beschäftigt und sei Holocaust-Leugnern entgegengetreten. Der Jurist verwies auch auf drei Versetzungsanträge, die sein Mandant während der Zeit in Auschwitz-Birkenau gestellt habe. Gegen Gröning wurde bereits 1977 ermittelt, das Verfahren 1985 eingestellt worden.

AC/DC-Schlagzeuger muss vor Gericht

Wellington. (dpa) Wegen einer Morddrohung muss Ex-AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd (60) sich Dienstag in Neuseeland vor Gericht verantworten. Der Prozess gegen den Drummer dauere voraussichtlich nur einen Tag, teilte sein Anwalt Craig Tuck am Freitag mit.

Bei einer Verurteilung drohen dem 60-Jährigen sieben Jahre Haft. Der Musiker ist auch wegen Drogenbesitzes angeklagt. In seiner Klagebegründung schrieb das Gericht in Tauranga, dass Rudd im September einen Handwerker anrief, der für ihn gearbeitet hatte, und drohte, ihn und seine Tochter umzubringen. Diese Drohung habe Rudd in einem Telefonat mit einem anderen Gesprächspartner zuvor ebenfalls ausgestoßen.

Seltene Säbelantilope in Zoo verfüttert

Brüssel.(dpa) Ein belgischer Zoo hat mit der Tötung einer seltenen Säbelantilope den Zorn von Tierschützern auf sich gezogen. Das Töten von gesunden Tieren sei nicht akzeptabel, kommentierte die belgische Organisation Gaia am Freitag.

Die Verantwortlichen müssten andere Wege finden, um ihre Bestände zu kontrollieren. Laut Medien waren auch zwei Bisons getötet und an Raubtiere worden. "Das ist das letzte Mittel, zu dem wir greifen wollen. Aber manchmal geht es nicht anders", erklärte die Verwaltung und berief sich auf Platzmangel.
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