Außerhalb des Übungsplatzes: Augenzeugen beobachten Zwischenfall mit "Tiger"-Kampfhubschrauber
Einschlag nahe Wiesendorf

Vom Flug nach Weiden kehrte der "Tiger" am 8. September ohne die Abschussvorrichtung zurück. Archivbild: nt/az
Weiden. (wüw) Hat ein Bundeswehr-Kampfhubschrauber ein Waffenteil anders als bisher vermeldet, über zivilem Gebiet verloren? Ein Augenzeugenbericht legt diese Vermutung nahe. Auch die anschließende Suchaktion der Bundeswehr blieb nicht unbeobachtet. Mindestens hundert Bundeswehrsoldaten sollen das Teil nahe des Weidener Ortsteils Wiesendorf gesucht und auch gefunden haben. Unter anderem durchkämmten die Soldaten ein Maisfeld deutlich außerhalb des Übungsgeländes. Schließlich sollen sie mit einem rund 1,50 bis 2 Meter langen Metallgegenstand - wohl die verlorene Abschussvorrichtung - abgezogen sein.

Dies bestätigt der Pressesprecher der Division Schnelle Kräfte, zu der die "Tiger"-Kampfhubschrauber gehören, die Anfang September in der Oberpfalz übten. Nachdem sich das Teil am 8. September 2014 vom Hubschrauber gelöst hatte, hätten es Feldjäger am Folgetag entdeckt und gesichert. Eine Gefahr sei von der Abschussvorrichtung am Boden nicht ausgegangen, da sie leer war, auch keine Übungsmunition trug.

Keine klare Angaben machte die Bundeswehr am Dienstag zur Lage des Fundorts. Zunächst hieß es, die Abschussvorrichtung für die Panzerabwehrrakete Hot stürzte auf den Standortübungsplatz Weiden. Nachdem die Augenzeugenberichte ins Spiel kamen, folgte eine neue Erklärung: Das Teil lag demnach am "Südrand des Manteler Forsts, eventuell auch knapp außerhalb des Übungsgeländes". Fest steht damit, dass die Maschine mit dem defekten Teil auch über zivilem Gebiet unterwegs war.

Keine neuen Informationen gab es am Dienstag zur Ursache des Zwischenfalls. Der Sprecher verwies auf die laufenden Untersuchungen. Diese sollen in etwa zwei Wochen abgeschlossen sein. "Der Spiegel" meldete, ein sich selbstständig öffnendes Waffenschloss sei schuld am Unfall.
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