Autofahrer müssen bei Passau und Salzburg lange warten
Staus an Grenzen

Deutsche Polizisten kontrollieren Autos am Grenzübergang zwischen Freilassing und Salzburg. Bild: dpa
Auf Autobahnen in Österreich ist es wegen der Kontrollen an der deutschen Grenze zu erheblichen Verkehrsbehinderungen gekommen. In Suben nahe Passau staute sich der Verkehr am Montag auf bis zu 20 Kilometern, wie der österreichische Autobahnbetreiber Asfinag mitteilte. "Die Verkehrsteilnehmer mussten sich auf eine Verzögerung von mehr als eineinhalb Stunden einstellen", sagte ein Sprecher des bayerischen Verkehrslagezentrums. Auch im Raum Salzburg kam es zu kilometerlangen Staus. Auf der Autobahn 8 bei Bad Reichenhall war ein Stau von drei Kilometern Länge entstanden. Berlin hatte am Vortag wegen des anhaltenden Flüchtlingsandrangs Kontrollen an der Grenze zur Alpenrepublik veranlasst.

Die Fahnder konnte einige Erfolge aufweisen: Auf der A 3 bei Passau wurden bis zum Nachmittag 31 Schleuser festgenommen und mehr als 200 Flüchtlinge aufgegriffen. Zunächst waren sämtliche Fahrzeuge auf einem Parkplatz bei Passau überprüft worden. Am Nachmittag wurden nur noch verdächtige Fahrzeuge auf den Parkplatz geleitet. Daraufhin entspannte sich die Verkehrslage auf der A3 ein wenig. Die Kontrollen werden nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) mindestens mehrere Wochen andauern.

Künftig direkte Sonderzüge

Nach der Wiederaufnahme des Zugverkehrs zwischen Deutschland und Österreich schloss Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) weitere Einschränkungen in den kommenden Tagen und Wochen nicht aus. Die am Sonntag um 17 Uhr verhängte Sperre war wie geplant um 7 Uhr aufgehoben worden. Nur die Strecke von Salzburg nach München war zunächst noch eine Weile weiter gesperrt - wegen Menschen auf den Gleisen an der deutsch-österreichischen Grenze. Flüchtlinge sollen in Zukunft aber nicht mehr mit regulären Zügen einreisen, sondern nach Möglichkeit in Sonderzügen. "Das gibt uns die Möglichkeit, die Züge zu steuern und auch deren Ankunftsort", sagte Dobrindt. Und nur so habe die Bundespolizei die Chance, für ein geordnetes Verfahren zu sorgen.
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