AZ-Aktion hat auch im Rathaus aufmerksame Leser gefunden
Beste Lösung: Rücksichtnahme

Der Kreisverkehr am Nabburger Tor ist Ambergs Verkehrsknotenpunkt Nummer eins. Fünf hochfrequentierte Straßen münden in den Kreisel. Derzeit arbeiten die Planer am Staatlichen Bauamt an einer Neugestaltung. Bild: Huber
Amberg. (upl) Die AZ-Aktion zu den Verkehrsbrennpunkten in der Stadt hat auch im Rathaus aufmerksame Leser gefunden. "Viele der genannten Gefahrenstellen sind uns bereits bekannt", resümiert Verkehrsreferent Dr. Bernhard Mitko. Was nicht heißen soll, dass es für alles und jeden eine Lösung gibt.

Bei den meisten von den AZ-Lesern beschriebenen Gefahrenstellen ging es um eingeschränkte Sicht: schlecht überschaubare Kreuzungen, verbaute Einmündungen, Hecken und Autos, die den Rundumblick erschweren. Doch weder Mitko, noch sein Kollege, Baureferent Markus Kühne, halten die vielfach geforderten Verkehrsspiegel für ein Allheilmittel. "Spiegel können natürlich auch Sicherheit vorgaukeln", gibt Mitko zu bedenken. "Sie zeigen immer nur einen kleinen Ausschnitt der Straße."

An etlichen von der Stadt bereits geprüften Stellen sei es schlichtweg gar nicht möglich, einen Verkehrsspiegel anzubringen. "Die Spiegel müssen in einem bestimmten Abstand und Winkel montiert werden. Da gibt es bei der Platzwahl nicht viel Spielraum", erklärt Mitko. In einem Fall befindet sich dort, wo der Spiegel hängen müsste, eine Einfahrt. "Da geht es schlichtweg nicht."

Zahlreichen Lesern waren auch parkende Autos ein Dorn im Auge. So zum Beispiel an der Einmündung der Von-der-Sitt- in die Jahnstraße. "Man muss sich wegen der Autos am Straßenrand sehr weit in die Fahrbahn hineintasten, um zu erkennen, ob man freie Fahrt hat", war in einer Zuschrift zu lesen. Eine ähnliche Einsendung betraf die Ecke Bahnhofstraße/Oberer Nabburger Straße. "Die Forderung nach einem Parkverbot greift da häufig zu kurz", erläuterte Mitko. In der Altstadt sei das wilde Parken generell verboten und an Einmündungen und Kreuzungen gelte ja die Fünf-Meter-Regel. "Unsere Verkehrsüberwacher kontrollieren das auch."

Parken beruhigt

Bei den in der Katharinenfriedhofstraße parkenden Autos sehen die beiden städtischen Referenten keinen Handlungsbedarf. Mitko: "Wir dürfen die verkehrsberuhigende Wirkung der dort abgestellten Autos nicht unterschätzen." Herrsche freie Fahrt, würden erfahrungsgemäß viele Autofahrer dazu verleitet, zu viel Gas zu geben. "Da gibt es dann auch wieder Leute, die sich über zu hohe Geschwindigkeiten beschweren."

Die zuständigen Behörden - und das seien in vielen Fällen gar nicht die städtischen Referate - müssten bei allen Gefahrenstellen verschiedenste Ansprüche gegeneinander abwägen. Soll baulich etwas verändert werden, müsse der Baulastträger erst einmal Geld zur Verfügung stellen. Und die Eigentümer der betroffenen Grundstücke oder Häuser müssten natürlich auch zustimmen.

"Unsere Aufgabe ist es, alle Interessensgruppen im Raum abzubilden", fasst Baureferent Kühne zusammen. "Wir müssen das alles aus den verschiedenen Blickwinkeln sehen." Aus Sicht von Fußgängern, Rad- und Autofahrern, Anwohnern und Gewerbetreibenden zum Beispiel. Eines ist für ihn aber klar: "Mit gegenseitiger Rücksichtnahme könnten wir viel von dem genannten Gefahrenpotenzial aus der Welt schaffen."

Gleichwohl sicherte er zu, die in der AZ-Serie aufgeführten Brennpunkte zu prüfen und nach Lösungen zu suchen. Nicht umsonst tagten regelmäßig Abstimmungsrunden wie der Verkehrsausschuss des Stadtrates. "Wir nehmen das schon mit", versicherte auch Mitko und präsentierte zu jedem der in der AZ aufgeführten Lösungsvorschläge eine Bewertung der städtischen Behörden.
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