AZ/SRZ-Sommerserie: Brauereimuseum Bayreuth
Auf der langen Spur des Bieres

Nicht nur im historischen Lagerkeller vermitteln mannsgroße Figuren, welche Arbeiten hier einmal zu verrichten waren.
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Deutschland und die Welt
17.08.2011
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Das Ölkännchen auf dem Malzputz-Aggregat im Maschinenhaus griffbereit, im Hintergrund das Geräusch des rotierenden Riemenantriebs, es riecht verkokelt nach Holz und Kohle - alles fast so, als hätten die Brauer gerade ihr Werkzeug aus der Hand gelegt. Sehr viel von dem, was in Maisels Brauerei- und Büttnerei-Museum präsentiert wird, ist authentisch, nicht aufgesetzt oder gar einfach nur in den Raum gestellt.

Der Verbundenheit der Familie Maisel zur Zunft ist es zu verdanken, dass die einstige Braustätte in dem roten Klinkerkomplex erhalten geblieben ist. Als 1974 in unmittelbarer Nachbarschaft die neue Produktionsstätte eingeweiht wurde, regierte nicht die Abrissbirne, sondern die Idee, der Nachwelt möglichst originalgetreu die Kunst des Bierbrauens vor Augen führen zu können - so wie's früher einmal war.

Drittel in Oberfranken

Ein erfolgreiches Konzept, das inzwischen pro Jahr zwischen 16 000 und 20 000 Besucher in die Kulmbacher Straße lockt. Die Gäste erwartet dort nicht nur eine Übersicht zur Firmengeschichte, sondern auch eine solche zur Bedeutung der Bierherstellung für die Region, mit Bayreuth als Zentrum. Nicht ohne Stolz verweist Museumsleiter Harald Riedl darauf, dass von 1200 Brauereien in Deutschland 600 in Bayern zu Hause sind und davon wiederum ein Drittel in Oberfranken. "Damit haben wir hier die größte Brauereidichte der Welt", unterstreicht Riedl beim Rundgang durch die Räume.

Bilder von Wolfgang Steinbacher


Schäumender Wohlgenuss

Die von ihm geführte Einrichtung verkörpert die pure Lehre von der Herstellung edlen Hopfensaftes - und zwar von der Ernte der Grundstoffe bis zum schäumenden Wohlgenuss einer "Weißen" am Ende der Tour in der "Alten Abfüllerei". Das Lokal ist in den Gebäudekomplex integriert und versetzt den Gast zurück in die Zeit der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Zwischen dem abschließenden "Prost" und der freundlichen Begrüßung hat der interessierte Gast eine komplette Brauerei gesehen - vom Maschinenhaus, über das Sudhaus als "das Herz" bis zur Hopfenkammer. Immer wieder gibt es dazwischen fachliche Erläuterungen, ebenso gilt dies für die komplett eingerichtete Büttnereiwerkstatt: Sie zeigt, wie einst Fässer aus Eichenholz hergestellt wurden. Museumsleiter Riedl betont an den einzelnen Stationen, dass hier "keine zusammengetragenen Exponate aneinandergereiht" wurden. Vielmehr stünden Maschinen und Vorrichtungen an jenen Stellen, an denen früher gearbeitet wurde.
Eigene Ausstellungsräume (siehe Blickpunkt) freilich wurden eingerichtet, für emaillierte Werbeschilder, Gläser und Krüge, aber auch für Bierfilzl und für Geschenke von Kunden und Gästen. Gezeigt werden ferner ein chemisches Labor, die Qualitätskontrolle von einst, der enorme Wandel bei der Abfüllung des Bieres in Fässer und Flaschen, der Fußtransport und die früheren Lagerstätten.
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