Badische Zeitung
Pressestimmen zur Papst-Enzyklika

Die Tageszeitung aus Freiburg kommentiert zur Papst-Enzyklika:

Es wäre allerdings stark verkürzt, Franziskus nun schlicht als grünen Papst wahrzunehmen, der auch die Gefahren des Treibhauseffekts erkannt hat. Seine detaillierte Analyse der Umweltzerstörung samt Lösungsvorschlägen ist für ihn nur der Ausgangspunkt für eine verheerende Kapitalismuskritik mit dem berechtigten Hinweis, dass vom Raubbau an der Erde nur einige Wenige profitieren, die Ärmsten durch ihn hingegen noch ärmer werden. Blinder Fortschrittsglaube, Konsumismus und die ungezügelte Macht der Hochfinanz sind die eigentlichen Sorgenkinder dieses Papstes ...

Neue Westfälische

Die Zeitung aus Bielefeld schreibt:

Diese Kombination von radikaler Umwelt-, Sozial-, und Wirtschaftspolitik im Zusammenhang mit der katholischen Kirche mag im Westen für Verwunderung sorgen. In der Kirche Lateinamerikas, der Heimat Bergoglios, ist sie aber schon seit dem Bischofs-Treffen von Puebla 1979 Konsens. Franziskus wäre aber nicht Franziskus, wenn er letztlich nicht auch die rot-grüne Fraktion seiner Bewunderer vor den Kopf stoßen würde mit der Forderung nach einer integralen Ökologie, die auch den Menschen selbst umfasst ... Er ist aber ebenso Teil einer nach herkömmlichen Kriterien nur schwer dechiffrierbaren Persönlichkeit.

Rheinpfalz

Die Zeitung aus Ludwigshafen merkt zur Umwelt-Enzyklika von Franziskus an:

Was aber wird die mit stellenweise brachialer Wortgewalt vorgetragene Kritik des Papstes bewirken? Im besten Fall wird es zum Beispiel nicht mehr so einfach sein, im katholisch geprägten Südamerika den Regenwald im selben Tempo weiter abzuholzen wie bisher. Republikanische US-Präsidentschaftsbewerber wie Jeb Bush, der zum Katholizismus übergetreten ist, werden ihrer Anhängerschaft nun nicht mehr ganz so leicht die antiquierte Auslegung der Genesis-Passage ("Macht euch die Erde untertan") unterjubeln können.
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