Baggerunglück: Richter will Verfahren einstellen - Angeklagter ringt um Fassung
Tränen wegen tödlicher Wette

Es sollte ein lustiges Video fürs Internet werden - doch dann passierte ein tödliches Unglück. Nun ist die missglückte "Cold Water Challenge" eines Kegelvereins ein Fall für die Justiz. Mehr als ein Jahr nach dem tödlichen Bagger-Unfall hat der Fahrer im Prozess das Unglück unter Tränen geschildert.

Der Bagger sei mit der Schaufel voran in die Gruppe seiner Kegelfreunde gestürzt, sagte der Angeklagte am Freitag vor dem Amtsgericht Bocholt. Er habe aus der Fahrerkabine ansehen müssen, wie Mütter mit Kindern flüchteten - und wie ein Freund (34) von der Baggerschaufel erschlagen und weitere Männer verletzt wurden.

Bei der Internetwette haben sich Vereine gegenseitig aufgerufen, etwas mit kaltem Wasser zu veranstalten und es witzig auf Video festzuhalten. Der Kegelclub hatte im Juli 2014 in Isselburg filmen wollen, wie aus einem Teleskoplader Wasser über die Gruppe geschüttet wird. Mit 1800 Litern war das Fahrzeug aber überladen und kippte vornüber auf die Gesellschaft. Keiner hätte ihm Vorwürfe gemacht, sagte der 37-Jährige.

Auch der Richter ließ beim ersten Prozesstag deutliche Zweifel, ob der 37-Jährige und der ebenfalls angeklagte Besitzer des Fahrzeugs strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden sollten. Er schlug vor, das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung gegen eine Geldauflage einzustellen. Weil die Staatsanwaltschaft dem am Freitag noch nicht zustimmte, wird es eine Entscheidung in einer Woche geben.
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.