Bankenschließung

Bankenschließung und Kapitalverkehrskontrollen - damit hat in der Eurozone erstmals Zypern 2013 Erfahrungen gemacht. Die Einwohner der pleitebedrohten Inselrepublik konnten sich vom 16. bis 28. März 2013 nur noch am Bankautomaten mit Geld versorgen. Hintergrund war ein Beschluss für ein Hilfspaket, zu dem Zypern 5,8 Milliarden Euro selbst aufbringen sollte. Dazu sollte eine Zwangsabgabe auf Bankguthaben erhoben werden, auch für Kleinsparer. Daraufhin versuchten Hunderte, Geld abzuheben. Die Banken schlossen und setzten ihre Onlinesysteme außer Betrieb.

Erst nachdem sich Euro-Staaten, Internationaler Währungsfonds und Zyperns Regierung auf einen Hilfskredit über 10 Milliarden Euro geeinigt hatten, öffneten die Geldinstitute nach knapp zwei Wochen wieder. Zugleich schränkte die Regierung den Kapital- und Geldverkehr für Bankkunden massiv ein. Damit sollten ein unkontrollierter Geldabfluss und ein Kollaps des Finanzsystems verhindert werden.

So durften nach den harten Regeln pro Person und Bank bis April 2014 maximal 300 Euro pro Tag abgehoben werden. Andere Einschränkungen wurden nach und nach gelockert. So durften bis zum 12. April 2013 Zyprer bei jeder Auslandsreise nur 1000 Euro mitnehmen, dann stieg der Betrag auf 2000 Euro und später auf 6000 Euro. Das Limit für Überweisungen für geschäftliche Zwecke innerhalb Zyperns von 25 000 Euro pro Tag und Konto wurde zu dem Datum auf bis zu 300 000 Euro erweitert; die Grenze für Auslandsüberweisungen stieg von 5000 auf 20 000 Euro. Erst am 6. April 2015 waren alle Einschränkungen vollständig wieder aufgehoben. (dpa)

Zitate

"Alle Spekulationen mit riesigen Milliardenbeträgen sind aus der Luft gegriffen." Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu den deutschen Finanzrisiken in der Griechenland-Krise

"Es ist im Kern die Frage, Ja oder Nein zum Verbleib in der Eurozone." SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel

"Die Gefahr ist größer, als sie vielen im Moment erscheint." Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter

"Es gibt eine Pflicht, den Euro zu retten und die EU zu retten." Linke-Fraktionschef Gregor Gysi
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