Barrierefreier Ausbau des Stadttheaters auf der Tagesordnung
Ein "beschämender" Moment

Symbolbild: Hartl
Amberg. (upl) In dem Roman"Ziemlich beste Freunde" geht es um einen Rollstuhlfahrer und eine ungewöhnliche Freundschaft, die ihn mit seiner Begleitperson verbindet. Ausgerechnet einer Frau im Rollstuhl blieb die Aufführung dieses Werkes Ende April im Stadttheater verwehrt, weil der Zuschauerraum nicht barrierefrei zu erreichen ist.

Darüber informierte Stadträtin Hannelore Zapf (SPD) die Mitglieder des Kulturausschusses. Der Vorfall sei "beschämend", sagte sie, und fragte nach, wie es mit dem Umbau des Stadttheaters weitergehe. Der barrierefreie Ausbau stehe auf der Tagesordnung, versicherte Oberbürgermeister Michael Cerny.

Die Verwaltung sei gerade dabei, die "Anforderungen abzuchecken". Der Rathauschef setzt dabei auf Hinweise und Anregungen des Bündnisses für Integration.

Die Stadt hat sich ja - genauso wie der Landkreis - verpflichtet, die Betroffenen bei solchen Baumaßnahmen mit ins Boot zu holen. "Wir müssen das natürlich so ertüchtigen, dass Rollstuhlfahrer selbstständig rein- und rauskommen", erklärte der Oberbürgermeister. "Das sollte selbstverständlich sein."

Ähnlich verhält es sich im Fall Stadtmuseum: Im ersten Stock soll eine Hebebühne eingebaut werden, damit Rollstuhlfahrer künftig auch in den Saal im zweiten Stock gelangen können. Der dort angesiedelte Sonderausstellungsbereich ist für sie bisher nicht erreichbar.

Museumsleiterin Judith von Rauchbauer erklärte, diese Maßnahme sei nur ein Schritt zum großen Ziel, die Einrichtung komplett barrierefrei zu gestalten. Das Bauamt habe dazu bereits eine Kostenangebot eingeholt. Hebebühne, Maurer- und Malerarbeiten schlagen wahrscheinlich mit rund 40 000 Euro zu Buche. Auch bei diesem Projekt soll das Bündnis für Integration beteiligt werden. Der Kulturausschuss hatte dagegen nichts einzuwenden. Die benötigten Mittel sollen von der Stadtverwaltung für den Haushalt 2016 beantragt werden.
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