Batzen Geld fürs Wasser

Normalerweise sieht man sie nicht. Die Hochbehälter in Penkof, die das Wasser für ganz Kümmersbruck speichern, sind eigentlich unter Erdhügeln verborgen. Momentan sind sie freigelegt, um sie sanieren zu können: Ein Projekt, in das über eine Million Euro investiert werden.

"Jetzt sieht man die Dimension", betonte Bürgermeister Roland Strehl gestern beim Richtfest angesichts der beiden gewaltigen Behälter im Wald von Penkhof. Diese beiden am besten versteckten "Gebäude" der Gemeinde seien von ihrer Aufgabe her "für das Wohl der Bürger extrem wichtig", schließlich speichern sie das Kümmersbrucker Trinkwasser: Von hier aus wird es zu den Abnehmern befördert.

Deshalb war es laut Strehl für die Gemeinde und ihren Rat auch "selbstverständlich, dass wir tief in die Tasche greifen", um die in die Jahre gekommene Einrichtung zu sanieren und so die Versorgung "mit dem Lebensmittel Nummer eins" auch künftig sicherzustellen: Netto müssen dafür rund 1 030 000 Euro investiert werden.

"Ein großer Batzen Geld, den wir da in die Hand nehmen", räumte Günter Karzmarczyk, Leiter des Eigenbetriebs Wasser Energie Kümmersbruck (WEK), ein - doch dies sei "zur Sicherung des Lebensmittels Wasser" einfach erforderlich. Nach der Sanierung werde man allerdings die Gebühren neu kalkulieren und erhöhen müssen - auch das verschwieg der WEK-Chef nicht. Für die Sanierung erhalte man nämlich keine Zuschüsse. "Und wir erheben von unseren Anschlussnehmern keine Verbesserungsbeiträge" wie dies andere täten.

Vor Vertretern der beteiligten Firmen, von Gemeinderat und Verwaltung erläuterte Karzmarczyk den Hintergrund des Mammutprojekts: Eine Studie des Amberger Ingenieurbüros Seuß zum baulichen Zustand der Anlage habe Schäden dokumentiert, die eine Sanierung unumgänglich machen. Begonnen hat diese am 3. März, abgeschlossen sein soll sie bis Ende November.

Bei der Untersuchung im Vorfeld hatte sich nach den Worten des mit der Planung befassten Diplom-Ingenieurs (FH) Norbert Winter vom Büro Seuß schnell gezeigt, dass der Stahlbetonkörper der beiden Wasserreservoirs so weit intakt ist, dass man darauf aufbauen kann. Probleme hatte ihr Flachdach verursacht. Es hatte der Anlage schon den Spitznamen "Tropfsteinhöhle" eingebracht und wird durch ein Walmdach ersetzt. Eine Folge des Dachproblems waren gravierende Schäden in der Wärmedämmung, weshalb nun ein komplett neues Verbundsystem eingebaut werden muss. Auch die Innenbeschichtung wird erneuert.

Weil die Wasserversorgung natürlich auch während der Sanierung weiterlaufen muss, werden die beiden Hochbehälter nacheinander bearbeitet. Um den Ausfall jeweils eines Reservoirs auszugleichen, muss in dieser Zeit mehr Wasser nachgefördert werden. Laut Karzmarczyk kein Problem, da die Kümmersbrucker Trinkwasserbrunnen dafür leistungsfähig genug sind.
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