Bauern protestieren europaweit und in der Region
Milch im Krisenkreislauf

Den Milchbauern reicht es. Werner Reindl (vorne) forderte in ihrem Namen, dass die Politiker gegen den Preisverfall bei der Milch zugunsten der Erzeuger handeln. Bei einem europaweiten Aktionstag machen die Landwirte aus dem Landkreis auch in Weiden klar, dass ein Plan für die Milchkrise her muss. Bild: Beer
Weiden. (esm) Landwirte haben sich in der Milchkrise die Hilfe des Staates gewünscht. Doch anstatt unterstützt, fühlen sich die Bauern verhöhnt. Den Kreislauf wollen sie durchbrechen.

Mit einem europaweiten Protesttag fordern die Bauern von der Politik ein Krisenkonzept für den Milchmarkt. Nach ihrer Meinung verschwenden Abgeordnete Zeit und Geld mit Liquiditätshilfen, "die sowieso nichts bringen", kommentierte Werner Riedl, Kreisvorsitzender des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM).

"Das Überangebot muss unbedingt reduziert werden. Es verschwendet unser Geld", betonte Riedl. Der Preis für einen Liter liege bei knapp 30 Cent. "Bei dem Schleuderpreis reichen die Einnahmen gerade aus, um Futterkosten zu decken." Für Produktionskosten, Neuanschaffungen oder Reparaturen sei viel zu wenig. Wenn aber jeder Betrieb zwei bis drei Prozent weniger melke, mache das auf Dauer einiges aus.

EU-Agrarkommissar Phil Hogan sei der Meinung, dass Bauern nur behaupten, ihre Milch unter den Eigenkosten zu verkaufen. Tatsächlich würden sie aber einfach munter weiterproduzieren. Diese Äußerung stößt den Milchviehaltern sauer auf. "Wir versuchen, unsere Betriebe zu retten", ärgert sich Werner Reindl.

Einige verkaufen sogar Jungvieh, um über die Runden zu kommen. Während Milchviehhalter die Marktsituation verbessern wollten, säßen die Politiker das Problem nur aus. Schon vor Monaten hätten die Landwirte den Politikern ein Konzept vorgestellt, um die Milchkrise nach dem Wegfall der Quote aufzufangen. Bei der Bundesregierung und EU-Kommission seien sie damit auf taube Ohren gestoßen.
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