Bauernverbandspräsident Franz Kustner feiert am Dienstag seinen 65. Geburtstag
Austragshäusl in Sichtweite

Franz Kustner feiert am Dienstag, 23. Juni, auf seinem Hof in Ehenfeld 65. Geburtstag. Das schmucke Bauernhaus, das er bewohnt, stammt aus dem 18. Jahrhundert. Bild: Piehler
Ehenfeld. (upl) In der Küche tröpfelt der Kaffee in die Kanne. Auf dem Tisch liegt die Zeitung. Bauernverbandspräsident Franz Kustner genießt das Frühstück auf seinem Hof. Am Dienstag, 23. Juni, feiert er seinen 65. Geburtstag und freut sich, dass es bald noch gemütlicher wird.

"Mit 65, da hat man ein Alter erreicht, in dem man sich langsam zurückziehen sollte", sagt Kustner. In jungen Jahren bestellte er die Fluren rund um den Hof, den er von seinen Eltern geerbt hat. Die längste Zeit seines beruflichen Lebens aber beackerte er das weite Feld der Agrar-Gesetzgebung. Diese schweißtreibende Arbeit begann vor 33 Jahren. 1982 wählten ihn die Berufskollegen aus dem Landkreis zum Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV). Zehn Jahre später übernahm er den Vorsitz des BBV-Bezirksverbandes.

"Nix Großes geplant"

Nicht nur diese Aufgabe will Kustner bis in zwei Jahren abgegeben haben: Auch vom Posten des Vorstandsvorsitzenden der Regensburger Milchwerke verabschiedet sich der 65-Jährige. Ämter und Mandate sammelte der CSU-Politiker wie andere Leute Briefmarken: Er gehörte unter anderem den Vorständen der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft und der Tierseuchenkasse an, den Aufsichtsräten der Milchwerke Bayernland, dem Beirat des Agrarkonzerns Baywa und des Energieversorgers Eon sowie der Versicherungskammer Bayern.

"Mir ist eigentlich nichts zu viel geworden", zieht der Vater von vier Töchtern Bilanz. Das alles habe er nur geschafft, weil ihm seine Familie, die Landwirtskollegen aus dem Dorf und gelegentlich auch die Parteifreunde den Rücken freigehalten haben. Schon mit 16 Jahren trat Kustner in die Junge Union ein. Seit 1984 ist er Mitglied des Kreistages, seit 1996 des Hirschauer Stadtrates. Die BBV-Präsidentschaft wies ihm den Weg nach München.

Ein Jahr nach seiner Wahl zum BBV-Bezirkschef zog er 1993 als Bauernvertreter in den Bayerischen Senat ein. Kustner gehörte diesem Gremium an, bis es im Jahr 2000 per Volksentscheid abgeschafft wurde. Für den Ehenfelder ging es auf der landespolitischen Ebene fast nahtlos weiter. 2002 rückte er als CSU-Listenkandidat für den Regensburger Abgeordneten Herbert Mirbeth in den Landtag nach. Dem Parlament gehörte er bis 2008 an.

Eine neue Aufgabe

Viele Kontakte zu einflussreichen Persönlichkeiten hat er in all diesen Jahren geknüpft. Einige von ihnen werden am Geburtstag zum wiederholten Male Kustners Hof in Ehenfeld ansteuern. "Ich hab nix Großes geplant", erzählt er. Bereits am Vormittag taucht Ehefrau Monika (61) die Weißwürste ins siedende Wasser. "Falls so früh schon wer kommt", schränkt der Jubilar ein.

Die allerersten, die gratulieren, zuzeln statt Würsten ohnehin lieber Fruchtgummi: die sechs Enkel. Der jüngste ist gerade drei Jahre alt. Statt am Schreibtisch Aktenordner zu wälzen, passt Franz Kustner künftig im Garten auf die Kleinen auf - auch eine Art Aufsichtsrat.
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