Bayerische Miss Marple

Alois und Anna Brunner mit Oma Staudinger.

Wer glaubte, Oma Staudinger könne kein Wässerchen trüben, erlebte am Ende des Theaterstückes "Die bayerische Miss Marple" eine Überraschung. Doch bis dahin waren einige Turbulenzen zu überstehen.

Parkstein. (bey) Der Katholische Burschenverein mit Mädchengruppe hatte das kriminalistische Lustspiel in Oberpfälzer Dialekt umgesetzt, ließ dazu immer wieder etwas Lokalkolorit anklingen und sorgte knapp zwei Stunden lang für angenehme Unterhaltung.

Anna Brunner (Bianca Glaubitz), Strümpfe stopfende und an Horoskope glaubende Hausfrau, bekommt beim Blick in die Sterne eine kleine Andeutung auf das spätere Geschehen. Finanzielle Überraschungen kündigte der Weg des Mars an, vielsagend wie Horoskope eben sind. Da passte es auch, dass gleich zu Beginn der fast kreidebleiche Ehemann Alois Brunner (Johannes Hausner) leidvoll berichtete, seine Firma habe ihn "aussi gschmissn".

Die falsche Tasche

Anna Brunner hatte mit Sohn "Tscharly" (Thomas Rast) ihre liebe Mühe, weil dessen modische Hosen eigentlich mehr für die Altkleidersammlung taugen. Dann tauchte Oma Staudinger (Johanna Walberer) auf, die leicht senil nicht bemerkte, dass sie im Omnibus eine falsche Tasche mitgenommen hatte. Der Schrecken war groß, denn Revolver, künstlicher Bart, eine Sonnenbrille und vor allem ein dickes Geldbündel in der Tasche passten nicht in ihr Erscheinungsbild.

"Tscharly" nützte die Gunst der Stunde und schob sich ein paar Geldscheine in die Tasche. Alois Brunner kam leicht angeschlagen aus dem Gasthaus zurück. Miss Marple und Anna Brunner sahen durch das Schlüsselloch den suchenden Alois, den Bankräuber, der seine Tasche zurückhaben wollte. Folge: Alois Brunner bekam eine auf den Kopf und anschließend einen "Turban". Und Sohn "Tscharly", der in Tschechien seine stibitzten Dollars ohne Freundin Susi (Kathrin Grundl) ausgeben wollte, nicht ahnend, dass es Falschgeld ist, bekam deshalb Kontakt zur Polizei. Die kam in Gestalt von Kommissar Scharf (Florian Simmerl), der mit seinen Gedankengängen seinem Namen nicht die unbedingte Ehre machte. Aber er hatte Verstärkung dabei: Kommissar Bliemchen (Florian Hösl), leicht sächselnd, war leider auch nur mehr "zackig" als logisch.

Als Oma Staudinger von der Polizei zurückkam, hatte sie das Corpus Delicti wieder dabei. Es dauerte nicht lange, bis die "rote Rosa" oder auch das Fräulein Rosa Roth (Franziska Adam) auftauchte und sich als Räuberin outete. Doch in einem Handgemenge wurde die "rote Rosa" bewegungsunfähig gemacht.

Zum Schluss eilte ihr Jonny Süßbauer (Michael Simmerl) zur Hilfe. Auch er wurde dingfest gemacht. "Wohl verpackt und versandfertig" nehmen die "Super-Cops" das Pärchen mit. Oma Staudinger hingegen hatte die irrtümlich mitgenommene Tasche doch gründlicher untersucht als gedacht. Was sich da dann zeigte, wird im dritten Akt enthüllt.

Weitere Aufführungen sind am Sonntag und am Montag, 28. und 29. Dezember, um 20 Uhr, im Rathaus.
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