Bayerische Wirtschaft will rasche Klarheit über Stromtrassen - Städtetagschef Maly hält ...
Masterplan für den Mastenplan

Im Streit um den Neubau von Stromtrassen erhöht die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) den Druck auf Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und die Koalition in Berlin. "Die Zeit drängt. Der angekündigte Dialog muss noch in diesem Jahr zu klaren Entscheidungen führen", forderte VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt am Mittwoch. "Dann muss der Masterplan für die deutsche und bayerische Stromversorgung stehen und umgesetzt werden." Seehofer hatte am Montag noch einmal einen drei- bis viermonatigen Dialog mit der Bevölkerung angekündigt. Neue Trassen will er nur akzeptieren, wenn sie nachweisbar und zweifellos notwendig sind. Heute wird es dazu ein Treffen von Seehofer, Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel geben. Brossardt sagte, die bayerische Wirtschaft brauche Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähige Strompreise. "Nach unseren bisherigen Erkenntnissen aus wissenschaftlichen Gutachten und Expertenaussagen sind dazu Hochspannungsleitungen notwendig." Allerdings sei der Leitungsbau auch "kein Selbstzweck". "Wenn sich herausstellt, dass die Stromversorgung in Bayern auf anderem Wege genauso sicher und preisgünstig gewährleistet werden kann, ist das natürlich in Ordnung", sagte er. Der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD), hält die Stromtrassen für unverzichtbar. "Wenn man den Strom im Norden produziert und im Süden verbraucht, wird man ihn irgendwie transportieren müssen", sagte der Präsident des Deutschen Städtetags am Mittwoch auf einer Kundgebung der Gewerkschaft Verdi in Nürnberg. Er könne zwar nicht beurteilen, wie viele Leitungen gebraucht würden. "Aber dass man das ohne Leitungen nicht hinkriegt, das weiß ich auch, ohne Physiker zu sein." (Seite 8)
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