Bayern-Bio mit Brief und Siegel

Bio-Produkte aus bayerischer Produktion will Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU, im Bild bei einer Wanderung in Oberbayern) fördern. Sie sollen künftig mit einem speziellen Bio-Siegel gekennzeichnet werden und so für die Kunden schnell im Regal erkennbar sein. Bild: dpa

Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln wächst immer weiter. Nun soll es ein eigenes Siegel für bayerische Bio-Produkte geben. Das soll auch dabei helfen, den Ökolandbau im Freistaat weiter anzukurbeln.

Bayerische Bio-Produkte sollen künftig mit einem speziellen Siegel gekennzeichnet werden und so für Kunden erkennbar sein. Die EU-Kommission gab nach mehrmonatiger Prüfung grünes Licht für das regionale Bio-Siegel. Die ersten heimischen Bio-Produkte mit dem neuen Zeichen sollen nach Angaben des Agrarministeriums noch im Herbst in den Läden zu finden sein.

"Ich will mit dem Siegel die ständig wachsende Nachfrage nach Bio gezielt auf bayerische Produkte lenken", erklärte Agrarminister Helmut Brunner (CSU) am Mittwoch in München. "Bio und regionale Herkunft sind Megatrends, die wir ideal miteinander verbinden können."

Aus der Nähe

Brunner kämpft bereits seit einigen Jahren für ein bayerisches Bio-Siegel. Denn viele Bio-Produkte in hiesigen Läden stammen nicht aus heimischer Produktion, sondern aus teilweise weit entfernten Ländern. "Im Supermarkt gibt es zwar häufig eine Bio-Ecke, dort steht aber nicht, wo das Bio herkommt", erklärte Brunner. "Und ob in Mexiko oder Ägypten die gleichen Standards gelten wie bei uns, ist zumindest fraglich." Zudem seien so weite Transportentfernungen kaum mit dem Grundgedanken von Bio in Einklang zu bringen. Deshalb wolle er hier nun für Transparenz sorgen. Die Verbraucher müssten erkennen können, woher die Lebensmittel stammen.

Produktion ankurbeln

Problem ist aber auch, dass die heimische Bio-Produktion mit der wachsenden Nachfrage nicht mithalten kann. Die Schere gehe sogar weiter auseinander, heißt es im Agrarministerium. Während man im konventionellen Bereich mehr produziere, als hier verbraucht werden könne, nehme im Bio-Bereich die Abhängigkeit von Importen zu. Brunner will mit dem Bio-Siegel den Ökolandbau im Freistaat vorantreiben: "Ich bin überzeugt davon, dass sich das bayerische Bio-Siegel auf dem Markt schnell durchsetzen wird und dass es dem Ökolandbau in Bayern zusätzlichen Aufschwung verleiht."

Die Qualitätsvorgaben für das Bio-Siegel sollen sehr streng sein und deutlich über gesetzliche Vorgaben hinausgehen, etwa in Sachen Tierschutz. Die teilnehmenden Bio-Produzenten sollen laut Ministerium in ein mehrstufiges Kontrollsystem eingebunden werden.
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