Bayern ebnet Weg für Präimplantations-Untersuchungen
Mehr Diagnostik bei Embryos erlaubt

Auch in Bayern können demnächst Paare nach einer künstlichen Befruchtung unter bestimmten Bedingungen eine Präimplantations-Diagnostik (PID) vornehmen lassen. Seit Jahresbeginn ist dazu das bayerische Ausführungsgesetz in Kraft. Allerdings dürfen die Untersuchungen nur an anerkannten PID-Zentren und nach Befürwortung durch eine eigens eingerichtete Ethikkommission stattfinden.

Bei der PID werden im Reagenzglas erzeugte Embryonen auf Gendefekte untersucht und möglicherweise vernichtet. Nur ausgewählte Embryonen werden der Mutter eingesetzt. Am Freitag machte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) den Weg für die PID-Zentren frei, die es in anderen Bundesländern schon gibt. Ab sofort können reproduktionsmedizinische und humangenetische Einrichtungen beim Ministerium Anträge stellen. Das Regensburger Zentrum für Humangenetik geht davon aus, dass die Umsetzung bis Sommer dauert. Familien können sich jedoch schon vormerken lassen.

Laut Ministerium konstituiert sich die Ethikkommission am 9. März. Sie besteht aus vier Ärzten, einem Ethiker, einem Juristen sowie je einem Vertreter der Interessen von Patienten und Menschen mit Behinderung. Nach Schätzungen wird bundesweit mit bis zu 300 Präimplantations-Diagnostiken pro Jahr gerechnet.
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