Bayernwerk: Glasfaser-Infrastruktur für Ausbau des schnellen Internets
"Turbo für den Breitbandmotor"

Die Regel ist einfach: Je weiter ein Dorf von einer größeren Stadt entfernt ist, desto weniger wirtschaftlich ist es für Breitbandanbieter, dort einen Anschluss zu verlegen. Mit einer neuen Initiative hilft nun der Energienetzbetreiber Bayernwerk dabei, den Ausbau des schnellen Internets im Freistaat vorantreiben - zur Freude von Bayerns Heimatminister Markus Söder (CSU).

Ganz im Faschingsmodus schien Söder am Donnerstag in der Zentrale der Bayernwerk AG (ehemals Eon Bayern AG) in Regensburg zu sein. Wie ein Dirigent ließ er ein Breitbandkabel durch die Luft tanzen. Der Anlass seines Besuchs war für den Minister aber auch ein erfreulicher: Das Bayernwerk startete zusammen mit mehreren Breitbandanbietern eine Kooperations-Initiative im Freistaat. "Das Projekt kann dem Ausbau des schnellen Internets neuen Schub geben", zeigte sich Söder überzeugt.

Bayernwerk-Chef Reimund Gotzel erklärte die Kooperation. Mit der Integration des bayerischen Eon-Hochspannungsnetzes in das Bayernwerk habe man im vergangenen Jahr einen "kleinen Schatz" erhalten, nämlich 4600 Kilometer an Glasfaserinfrastruktur. Dieses Glasfasernetz verfüge über 1100 Verbindungsstellen, an denen Breitbandanschlüsse möglich seien.

"Häufig ist die Entfernung zum nächsten Anschlusspunkt das wirtschaftliche K.-o.-Kriterium für den Breitbandanschluss", sagte Gotzel. Die 1100 Bayernwerk-Verbindungsstellen würden über 700 Kommunen abdecken. Das bedeute einen "kräftigen Turbo für den bayerischen Breitbandmotor". Wo genau dadurch Lücken im Breitbandnetz geschlossen werden können, konnte Gotzel am Donnerstag nicht sagen.

Als Energienetzbetreiber biete das Bayernwerk keine Kundenprodukte an, erklärte Gotzel. "Dafür gibt es glücklicherweise eine Reihe leistungsfähiger Unternehmen, mit denen wir Kooperationen vereinbart haben." Als Partner holte sich die Bayernwerk AG die Breitbandanbieter Amplus, Deutsche Telekom, Inexio, M-net, Smart-DSL und Thüga-MeteringService ins Boot. Heimatminister Söder räumte ein, dass es in Bayern eine Spaltung in Städte als digitale Autobahnen und Dörfer als Internet-Kieswege gibt. Um das Problem nicht dem freien Markt zu überlassen, fördere der Freistaat den Breitbandausbau mit 1,5 Milliarden Euro. Alleine in die Oberpfalz sollen 180 Millionen Euro fließen, 93 Prozent aller Gemeinden seien hier im Förderprogramm, sagte Söder. Das erklärte Ziel: "Jede Gemeinde soll bis 2018 einen Anschluss an die Datenautobahn erhalten."
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