BDI-Chef Grillo spricht von verschenktem Jahr
Kritik an Regierung

Die Wirtschaft hat der Bundesregierung zum Jahresabschluss ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. "Wenn ich an Schwarz-Rot denke, bin ich durchaus angespannt", sagte Industrie-Präsident Ulrich Grillo. "Ich hätte mir mehr erhofft. Das erste Jahr war verschenkt, da wurde viel Geld wenig zukunftsgerichtet ausgegeben." Auch der CDU-Wirtschaftsrat zeigte sich höchst unzufrieden. Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Dennis Snower, warf der Regierung vor, mit ihren Rentenreformen und dem Mindestlohn Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden.

Die CDU-Arbeitnehmerorganisation CDA wies die Kritik zurück. Der Vizevorsitzende Christian Bäumler sprach von "Realitätsverweigerung" und "Stimmungsmache zulasten der deutschen Wirtschaft". "Wer ständig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft in Frage stellt, verhindert Investitionen in Deutschland", sagte er dem "Handelsblatt".

Auch SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi hält die Vorwürfe der Wirtschaft für unberechtigt. "Selten waren die Voraussetzungen für die hiesige Industrie so rosig wie im Augenblick". Von den Arbeitgebern erwarte sie, dass diese sich endlich an der Verbesserung beteiligten. Deutschland muss besser werden, nicht billiger", forderte die Sozialdemokratin.

Grillo, Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), sieht das gänzlich anders. Wenn Deutschland nicht aufpasse, "haben wir in fünf bis zehn Jahren unsere Wettbewerbsfähigkeit wieder eingebüßt."
Weitere Beiträge zu den Themen: Weltgeschehen (20753)12-2014 (6638)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.