Bearbeitung dauert im Schnitt immer noch 5,3 Monate
Lahme Asylverfahren

Landespolitiker dringen auf eine schnellere Bearbeitung von Asylanträgen. "Der Bund hat zugesagt, die Asylverfahren zu beschleunigen. Passiert ist bisher leider zu wenig", sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) in Erfurt. Ohne rechtsstaatlichen Bescheid könnten Flüchtlingen in der Regel keine Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsstellen angeboten werden. "Wir wollen sie aber integrieren." Auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) forderte den Bund auf, das schnell zu regeln: "Wir brauchen mehr Entscheider, mehr Personal beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge." Sein Personal sollte um bis zu 2000 Stellen aufgestockt werden, wie im Frühjahr festgelegt worden war. Nach Angaben des BAMF dauert ein Asylverfahren derzeit im Schnitt 5,3 Monate. Das ist schon um einiges schneller als 2014 - damals waren es durchschnittlich 7,1 Monate. Viele Asylbewerber müssen aber auch heute länger als ein Jahr warten, bis ihr Antrag bearbeitet ist.

In einigen Ländern wird das Personal knapp, um Flüchtlinge zu registrieren. Nordrhein-Westfalen mobilisiert dafür pensionierte Beamte. Rheinland-Pfalz will Mitarbeiter aus Landesbehörden abstellen. In einer überfüllten Unterkunft im thüringischen Suhl und in einem Zeltlager in Dresden kam es am Wochenende zu Massenschlägereien. (Seite 2)
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