Befinden wichtiger als das Alter

Sicher mit dem Wagen unterwegs zu sein, ist keine Frage des Alters, meint Andreas Bahle von der Verkehrswacht Amberg. Wichtiger erscheint ihm da schon das Befinden des Fahrers: "Jeder muss genau überlegen und beobachten, wie er sich fühlt, wenn er ins Auto steigt."

Manche Länder verlangen ab einem bestimmten Alter Nachprüfungen für die Fahrtüchtigkeit. Deutschland verzichtet darauf, und deshalb trägt hier ein jeder selbst die Verantwortung für die Sicherheit. Eine große Besucherschar beim Vortrag "Autofahren im Alter" zeigte den Verantwortlichen des Seniorennetzwerks Ursensollen/Ammerthal, dass sie ein wichtiges Thema aufgegriffen hatten.

Jährlich zum Augenarzt

Alexander Pfennig von der Anna-Apotheke Ursensollen ging ausführlich auf die gesundheitlichen Voraussetzungen älter werdender Menschen ein. Sie verfügen zwar über einen großen Erfahrungsschatz, aber sie bemerken mitunter auch, dass die Kräfte etwas nachlassen. Das Hören und Sehen verschlechtert sich, aber auch das Gedächtnis und die Beweglichkeit. "Jährlich einmal zum Augenarzt und in Abständen einen Hörtest machen, gibt Sicherheit für sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer", riet der Referent.

Tabletten gut abstimmen

Mit zunehmendem Alter müssen viele Menschen Tabletten gegen Bluthochdruck, Herz- und Kreislaufprobleme oder Diabetes einnehmen. Sie sollten gut aufeinander abgestimmt sein, denn sonst könnten als gefährliche Nebenwirkung Probleme am Steuer auftreten.

Andreas Bahle von der Verkehrswacht Amberg zeigte anhand einiger Unfälle auf, wie wichtig es für die sichere Teilnahme am Verkehr ist, auf seine Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit zu achten. Senioren sollten sich ehrlich einschätzen, ob sie in der Dunkelheit Probleme haben. Dann wäre es ratsam, ihre Fahrten tagsüber zu erledigen. Wichtig sei auch ein gut funktionierendes Auto; es gebe Sicherheit und beruhige.

"Wer jährlich noch eine bestimmte Anzahl an Kilometern fährt, hat ein geringes Risiko im Straßenverkehr, da er ständig mit verschiedenen Situationen konfrontiert wird", erklärte Bahle. Autofahren habe nichts mit dem Alter zu tun, sondern mehr mit dem Befinden jedes Einzelnen: "Jeder muss selbst genau überlegen und beobachten, wie er sich fühlt, wenn er ins Auto steigt." Bei Zweifeln helfe vielleicht auch ein Gespräch mit dem Hausarzt weiter.

Training und Seminare

Zum Schluss gab Andreas Bahle Informationen über Trainings- und Seminarprogramme für ältere Menschen. Den Zuhörern bot er an, einen Reaktionstest zu machen.
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