Bei Digitalisierung noch Luft

Die digitale Versorgung ist genauso wichtig wie eine neue Straße.

Davon können Oberpfälzer Unternehmer nur träumen: Wenn Thomas Hanauer in Südkorea unterwegs ist, ermöglicht ihm überall Highspeed-Internet schnelles Arbeiten am Laptop. Eine neue Studie zeigt: Die Digitalisierung wird die weitere Wettbewerbsfähigkeit bestimmen.

Regensburg. (cf) Vor der Kritik kam das Lob, nämlich an die Staatsregierung für ihre Initiative, 1,5 Milliarden Euro in den Breitband-Ausbau zu investieren. "Dies ist im europäischen Kontext sensationell, wie hier Bayern vorangeht", betonte Stephan K. Fischer, Vize-Vorsitzender der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw). Ernüchternd fällt hingegen die Bestandsaufnahme aus. Wie eine neue Studie belegt, ist in der Oberpfalz nur die Versorgung in den größeren Städten "gut". Die Hälfte der Unternehmen beklagt "erschwerende Breitband-Engpässe am eigenen Standort". Bei 43 Prozent der Betriebe leiden darunter sogar die "Beziehungen zu den Endkunden".

Für den vbw wies Fischer auf die Bedeutung digitaler Dienstleistungen im internationalen Wettbewerb hin: "Von diesen Nebenleistungen lebt in nicht unerheblichem Maß die Wirtschaft in Bayern." Es komme zu "Konfrontationen" durch die Kunden. "Andere Länder, wie das Baltikum, sind mit dem Internet wesentlich besser versorgt als wir." Fischer betonte die erheblichen Leistungsunterschiede beim Upload und Download. "Vom Upload komplexer 3-D-Zeichnungen spricht leider niemand. Wir müssen der Welt Daten geben." Dabei stünden die Unternehmen erst am Anfang, "was sie digital liefern können - und müssen". Fischer sprach von einem Aufholprozess der bayerischen Wirtschaft.


1000 Beschäftigte weltweit zählt emz-Hanauer. Hauptstandort ist Nabburg, hier sind Forschung und Entwicklung angesiedelt. Der internationale Daten-Austausch ist gewaltig. Die Kommunikation zwischen den Standorten in Fernost und Mexiko läuft über Internet. Bei der Haustechnik stellte Geschäftsführer Thomas Hanauer einen Trend zum Datenmanagement fest, etwa Steuerung der Heizung vom Smartphone aus. "Die Datenmengen werden ständig größer." Mit 34 Megabit/Sekunde sei zwar der Standort Nabburg durch die Gemeinde gut versorgt. Dagegen behindere langsames Internet den Ausbau des Standorts Zangenstein (Kreis Schwandorf). Einem Stromausfall beugt emz mit einem Blockheizkraftwerk als Backup-Generator vor.

Die Internet-Sicherheit nehme einen "extrem hohen Stellenwert" ein. Hanauer: "Wir geben dafür sehr viel Geld aus." Viel gefährlicher als Hacker-Angriffe sei jedoch Spionage durch Mitarbeiter.
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