Bei E-Autos nachladen

Der Durchbruch von Elektrofahrzeugen auf Bayerns Straßen lässt weiter auf sich warten. Auch in der Oberpfalz sind sie eine Rarität. Mit Abstand am größten ist ihre Zahl in Regensburg.

Zum Stand 1. März 2015 waren in Bayern lediglich 25 888 Fahrzeuge mit einem Elektromotor zugelassen, fast 20 000 davon waren aber Hybridfahrzeuge mit einem zusätzlichen Benzin- oder Dieselantrieb. Abzüglich der Motorräder gab es bayernweit nur 4820 reine E-Autos. Insgesamt sind in Bayern über 9,4 Millionen Fahrzeuge zugelassen. Das erfuhr der SPD-Abgeordnete Reinhold Strobl auf Anfrage aus dem Wirtschaftsministerium.

Auch in der Oberpfalz sind E-Mobile noch eine Rarität. 1476 Fahrzeuge sind hier zugelassen, nur 302 davon mit reinem Elektroantrieb. Die meisten sind in Stadt und Landkreis Regensburg unterwegs (122), die wenigsten im Landkreis Neustadt/WN (11) und in der Stadt Weiden (16). In den Landkreisen Tirschenreuth und Schwandorf sind je 26 reine Elektrofahrzeuge registriert, im Landkreis Amberg-Sulzbach 40. Für die Stadt Amberg lagen keine Daten vor.

Weit hinter dem Ziel

Der Freistaat liegt damit weit hinter dem 2011 von Ministerpräsident Horst Seehofer angekündigten Ziel, bis 2020 mindestens 200 000 Elektrofahrzeuge auf den Straßen zu haben. "Die Wirklichkeit in Bayern sieht anders aus", urteilte Strobl. Mit Blick auf Entwicklungen in China und den USA warnte er vor einer Gefährdung von Arbeitsplätzen in der bayerischen Automobil- und Zulieferindustrie, sollte die Staatsregierung die Förderung von Elektrofahrzeugen nicht forcieren.

Das Wirtschaftsministerium verwies dagegen auf zahlreiche Förderprojekte zum Ausbau der Forschungslandschaft E-Mobilität und zur regionalen Verbreitung von E-Fahrzeugen. Insgesamt habe der Freistaat dafür bereits über 130 Millionen Euro ausgegeben.

Seit 2008 laufe die "Zukunftsoffensive Elektromobilität", die kontinuierlich an aktuelle Entwicklungen angepasst werde. Die Staatsregierung räume der Sicherung von Wertschöpfung und Beschäftigung im Zeitalter der Elektromobilität "höchste Priorität" ein, schrieb das Ministerium an Strobl.

Kommunen sollen helfen

Zur weiteren Verbreitung von E-Fahrzeugen setzt die Staatsregierung auf die Mithilfe der Kommunen. Diese sollten am Aufbau einer öffentlichen Ladeinfrastruktur mitwirken. Ein möglichst flächendeckendes Netz an Ladestationen sei für den Erfolg der Elektromobilität "unverzichtbar". Für die Errichtung der Stationen gebe es staatliche Hilfen. In Einklang mit Bund und Ländern lehnt die Staatsregierung Kaufprämien für E-Fahrzeuge aus Steuergeldern ab.

Diese seien - so die Erfahrungen aus anderen Ländern - nicht effektiv genug. Man setze sich aber weiter für eine befristete steuerliche Sonderabschreibung für E-Fahrzeuge ein.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7772)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.