Bei Luftangriffen wurden laut Menschenrechtlern acht Zivilisten getötet
USA nehmen Terrormiliz in Syrien unter Beschuss

Bei ihren Angriffen auf die IS-Terrormiliz in Syrien haben die USA erstmals auch Kampfflugzeuge vom Typ F-22 "Raptor" eingesetzt. Der Jagdflieger hat Tarnkappeneigenschaften. Die F-22-Jets gelten als die teuersten und modernsten Jagdflugzeuge der US-Luftwaffe. Bild: dpa

Im Krieg gegen IS-Extremisten eröffnen die USA mit 14 Luftschlägen in einer Nacht eine neue Front in Syrien. Arabische Verbündete helfen, auch eine Al-Kaida-Gruppe wird angegriffen. Sie habe Anschläge in den USA und Europa geplant.

Gemeinsam mit fünf arabischen Verbündeten haben die USA ihre Angriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vom Irak auf Syrien ausgeweitet. In der Nacht auf Dienstag seien IS-Stellungen in mehreren Provinzen des Bürgerkriegslandes bombardiert worden, teilte das US-Militär mit. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden dabei 70 IS-Extremisten getötet. Zudem starben 50 Kämpfer der weitgehend unbekannten Chorasan-Gruppe, die mit dem syrischen Al-Kaida-Ableger verbunden ist. Chorasan soll nach Angaben des Pentagon kurz vor einem Terroranschlag in den USA oder Europa gestanden haben.

Bei den US-Luftangriffen in Syrien wurden laut den Menschenrechtlern auch acht Zivilisten getötet, darunter zwei Kinder. US-Generalleutnant William Mayville sagte, dem Pentagon lägen keine Berichte über getötete Zivilisten vor. Im Nachbarland Irak fliegen die USA schon seit mehr als sechs Wochen Angriffe gegen die IS-Miliz. Anders als dort hat Washington in Syrien jedoch keine Erlaubnis der Regierung für die Angriffe eingeholt, sondern den international isolierten Präsidenten Baschar al-Assad lediglich vorgewarnt.

Bei den fünf Verbündeten handelt es sich um Saudi-Arabien, Jordanien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain. Die Ziele in Syrien seien mit Marschflugkörpern "Tomahawk", Kampfjets und bewaffneten Drohnen angegriffen worden. Es habe insgesamt 14 Luftschläge gegen den IS gegeben. Mehr als 150 Präzisionsbomben fielen nach Angaben von Pentagonsprecher John Kirby. Die Schläge seien "sehr, sehr effektiv gewesen", betonte er. Kirby kündigte weitere Attacken an: "Die Angriffe von gestern Nacht waren erst der Anfang." "Dies ist nicht Amerikas Kampf allein", sagte US-Präsident Barack Obama. Die nationale Sicherheit werde "Schulter an Schulter" mit den arabischen Ländern verteidigt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die USA und ihre fünf arabischen Verbündeten auf, sich bei den Luftschlägen an internationales Recht zu halten. Es müsse alles getan werden, um die Zahl ziviler Opfer so gering wie möglich zu halten. In Moskau hieß es, die Luftangriffe verstießen eindeutig gegen das Völkerrecht.
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