Bei Verdacht einen Sachverständigen einschalten
Tacho-Betrug erkennen

Wer nach dem Kauf eines Gebrauchtwagens auch nur den geringsten Verdacht hat, dass der Kilometerstand gefälscht wurde, sollte sich an einen unabhängigen Kfz-Sachverständigen wenden. Dazu rät der ADAC. Die Betrugsmasche, die im Auto angezeigte Laufleistung über die Bordelektronik zu verringern, um höhere Preise zu erzielen, ist weit verbreitet: Nach Schätzungen des Clubs hat fast jeder dritte Pkw auf dem Gebrauchtwagenmarkt einen "geschönten" Tachostand.

Wenn der Sachverständige den Schwindel im ersten Jahr nach dem Autokauf aufdecken kann, haben Betrogene gute Chancen, ihr Geld wiederzusehen.

"Ein manipulierter Tacho ist ein Sachmangel am Fahrzeug", erklärt ADAC-Rechtsexperte Ulrich May. Dafür müssen Autohändler mindestens ein Jahr lang haften - unabhängig davon, ob sie von dem Tachobetrug wussten oder nicht.

Private Verkäufer können die Sachmangelhaftung hingegen ausschließen. Dann ist die Rückgabe eines Fahrzeugs mit gefälschtem Kilometerstand nur möglich, wenn man dem Verkäufer nachweisen kann, die Manipulation arglistig verschwiegen zu haben.

Laien haben leider sehr schlechte Karten, einen manipulierten Wagen zu erkennen. Bestenfalls geben starke Verschleißerscheinungen an Lenkrad, Schaltknüppel oder Sitzen bei angeblich wenig gelaufenen Fahrzeugen einen Hinweis darauf. Ein lückenloses Service-Heft ist zwar ein gutes Indiz dafür, dass der Kilometerstand stimmt - "das kann aber auch gefälscht sein", warnt May.

Beim Abschluss eines Kaufvertrags für einen Gebrauchten sollten Verbraucher darauf bestehen, dass darin der exakte Kilometerstand notiert wird. Das erleichtere die Beweisführung, wenn sich später herausstellt, dass der Tacho manipuliert wurde, sagt May. Nur der Vermerk "Kilometerstand abgelesen" reiche nicht. (dpa/tmn)
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