Belgien: Erfolgslose Jagd auf Salah Abdeslam

Seit Tagen lähmt die Furcht vor Terrorangriffen wie in Paris das Leben in der EU-Metropole Brüssel. Mehrfach greifen belgische Fahnder zu, der Hauptverdächtige wird aber nicht gefasst. Dafür meldet die Polizei in Paris einen Erfolg.

Zehn Tage nach den Terroranschlägen in Paris ist in einem Vorort der französischen Hauptstadt ein Sprengstoffgürtel entdeckt worden. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft in Paris am Montagabend. Wie ein Sprecher sagte, war er in einem Mülleimer in der bislang nicht im Mittelpunkt der Terrorermittlungen stehenden Gemeinde Montrouge gefunden worden. Die Polizei sperrte das Gebiet ab. Die Gemeinde Montrouge grenzt südlich an Paris. In der Nähe - in Châtillon - war am Abend der Anschläge von Paris das Mobiltelefon des international gesuchten Terrorverdächtigen Salah Abdeslam geortet worden.

Unterdessen steht Belgien weiter im Zeichen der Terrorangst. Für die Hauptstadt Brüssel gilt bis nächsten Montag die höchste Alarmstufe. Allerdings sollen Schulen und die U-Bahn von Mittwoch an wieder öffnen. Dies solle nach und nach geschehen, teilte Premier Charles Michel nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates am Montag mit. Rund um Schulen sind besondere Sicherheitsmaßnahmen geplant. "Die Situation bleibt unverändert", sagte Michel. Die maximale Warnstufe 4 bedeute, "dass die Gefahr immer noch ernst und unmittelbar" sei.

Gefahndet wird nach mehreren Verdächtigen, darunter Salah Abdeslam (26), der Bruder eines Selbstmordattentäters von Paris, der an den Anschlägen vom 13. November mit 130 Toten und Hunderten Verletzten beteiligt gewesen sein soll.

Die Suche nach Salah Abdeslam geht weiter. "Die Operation ist noch nicht beendet, sie muss weitergehen", sagte Innenminister Jan Jambon. Auf die Frage, wie der Gesuchte immer wieder entkommen könne, antwortete Jambon: "Er muss sehr viel Unterstützung auf unserem Gebiet haben." Salah Abdeslam soll bei den Anschlägen von Paris zumindest eine Unterstützerrolle gespielt haben. Er wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Die Fahnder beschreiben ihn als "gefährlich" und möglicherweise "schwer bewaffnet".

Bei Polizeieinsätzen am Sonntagabend und am Montag wurden 21 Menschen festgenommen. Einer davon soll eine Rolle bei den Anschlägen von Paris gespielt haben, teilte die Staatsanwaltschaft in Brüssel mit. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen; er ist der vierte Verdächtige, der verhaftet wurde. 17 Festgenommene kamen wieder auf freien Fuß.
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