Belgien: Zwei Tote bei Anti-Terror-Einsatz

Polizisten untersuchen den Schauplatz des Anti-Terror-Einsatzes im belgischen Verviers. Bild: dpa

Die Polizei in Belgien holt zum Schlag gegen mutmaßliche Dschihadisten aus. Zwei Verdächtige sterben. Es drohte offenbar ein Terroranschlag. Auch in Deutschland geht die Polizei gegen verdächtige Islamisten vor.

Bei einer großangelegten Polizeiaktion gegen mutmaßliche Dschihadisten hat es in Belgien zwei Tote gegeben. Ein weiterer Verdächtiger wurde bei dem Zugriff in Verviers am Donnerstag festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft am Abend in Brüssel mitteilte. Kein Polizist oder Anwohner sei verletzt worden. Auch in Brüssel und Umgebung griffen die Ermittler zu. Laut Staatsanwaltschaft stand ein Terroranschlag unmittelbar bevor.

Die Verdächtigen hätten mit Kriegswaffen minutenlang auf die Spezialkräfte der Polizei geschossen, so die Staatsanwaltschaft. Die Ermittler sprachen von einer Terrorzelle; einige ihrer Mitglieder seien aus Syrien heimgekehrt. Polizisten seien im Stadtzentrum unweit des ersten Einsatzortes in ein weiteres Haus eingedrungen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Abend.

Beamte des Landeskriminalamts Niedersachsen nahmen unterdessen einen 26 Jahre alten Terrorverdächtigen in Wolfsburg fest. Der Deutsch-Tunesier soll sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben, wie der Generalbundesanwalt am Donnerstagabend in Karlsruhe mitteilte. Der Festgenommene soll den Angaben zufolge während eines knapp dreimonatigen Aufenthalts in Syrien eine Kampfausbildung durchlaufen haben.

In Pforzheim hatte die Polizei am Morgen bei einer Razzia die Wohnungen mutmaßlicher Islamisten durchsucht. Gegen die Verdächtigen wird wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren, staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt. Einen entsprechenden Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" bestätigte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe. Die US-Bundespolizei FBI nahm einen 20-Jährigen fest, der ein Attentat auf das Kapitol in Washington geplant haben soll. Der Amerikaner aus Ohio habe ausgesagt, er habe Rohrbomben in der Nähe des Kapitols zünden und dann auf Fliehende schießen wollen. Er habe sich IS und andere Extremisten zum Vorbild genommen.

Merkel: Daten speichern

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich demonstrativ für eine Rückkehr zur umstrittenen Vorratsdatenspeicherung ausgesprochen. In einer Regierungserklärung zu den Attentaten in Frankreich plädierte Merkel im Bundestag dafür, die EU-Kommission zur Vorlage einer neuen Richtlinie zu drängen und diese dann auch in Deutschland umzusetzen. Schließlich seien parteiübergreifend alle Innenminister aus Bund und Ländern von der Notwendigkeit der Datenspeicherung überzeugt, sagte die Kanzlerin am Donnerstag. Der Koalitionspartner SPD ist in der Frage jedoch gespalten: Die Bundesspitze müht sich um Ausgleich zwischen Befürwortern und Kritikern in den eigenen Reihen - und um Signale der Kompromissbereitschaft an die Union. Der Europäische Gerichtshof hatte eine entsprechende Regelung in der EU 2014 gekippt.
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