Bereits 2014 ein Kind abgetrieben
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Weiden. (ms) Eine große Rolle spielte am dritten Verhandlungstag im Prozess gegen eine 21-Jährige aus dem Landkreis Neustadt/Waldnaab der Whats-App-Verkehr mit ihrem Freund, von dem sie ein Kind erwartete. Die junge Frau ist am Landgericht Weiden des Totschlags an ihrem Neugeborenen angeklagt.

Die Kripo hat die kompletten 12 335 von beiden auf ihrem Handy gelöschten Nachrichten wiederhergestellt. Über Monate ging es darum, dass das Kind nicht zur Welt kommen darf. "Im Mai ist Scheiß-Entbindungstermin. Ich brauch' kein Kind", tippte die zweifache Mutter in ihr Mobiltelefon. "Weg mit dem Kind" oder "Mach das Kind weg" oder "Wenn es da ist, weg damit", antwortete der Mann. Schon im Januar 2014 hatte sie in Nürnberg ein Kind abtreiben lassen, das ebenfalls von ihm war.

Ihr Freund berichtete, beide hätten sich über Facebook kennengelernt. Bei ihr daheim sei es zu Intimitäten gekommen: "Es war Liebe." Allerdings gab der 35-Jährige unumwunden zu, dass er parallel zu ihr noch eine zweite Freundin hatte. Die Flosserin dagegen wusste nicht einmal, wo er wohnt und hatte nur seine Handynummer.

Weil es für eine Abtreibung viel zu spät war, einigte sich die Angeklagte schließlich mit dem Jugendamt Neustadt/WN auf eine anonyme Geburt. Dazu kam es dann aber nicht mehr, weil die Frau in der Kundentoilette des Supermarktes, in dem sie auch beschäftigt war, ein Mädchen gebar. Zwei Tage später fand die Polizei den erstickten Säugling in einem Müllbeutel im Abfallcontainer des Geschäfts.
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