Berg/München.
Bürgerinitiative enttäuscht über Einigung im Trassenstreit

(dpa/lby) Eine Bürgerinitiative in der Oberpfalz hat entsetzt auf die Einigung im Stromtrassenstreit reagiert. «Unsere schlimmsten Befürchtungen sind wahrgeworden. Ministerpräsident Seehofer ist eingeknickt», sagte der Sprecher der Bürgerinitiative «Trassenwahn 17.01», Ulrich Hampel, am Donnerstag in Berg (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz). Er kündigte an, alle rechtlichen Möglichkeiten dagegen auszuschöpfen. «Die Einigung ist eine Demütigung der bayerischen Bürger und des bayerischen Ministerpräsidenten», betonte Hampel, dessen Bürgerinitiative nach eigenen Angaben rund 12 000 Menschen unterstützen.

Die Koalitionsspitzen hatten sich in der Nacht zum Donnerstag sowohl auf den Bau des sogenannten SuedLinks als auch der sogenannten Südost-Trasse verständigt. CSU-Chef Horst Seehofer sagte, er habe alle Kernanliegen Bayerns durchgesetzt und sei mit den Ergebnissen «rundum zufrieden». Durch den Vorrang von Erdkabeln und die Nutzung bestehender Trassen bei den neuen Stromleitungen würden Mensch und Natur geschont.

Die Erdverkabelung habe Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel schon vor Monaten durchgewunken, betonte Hampel. «Das jetzt als Erfolg zu verkünden ist Verdummung der Bevölkerung.»