Berlin.
SPD-Politiker Ego Bahr gestorben

Der SPD-Politiker Egon Bahr spricht am 24.05.2013 in Berlin bei einer Veranstaltung zu Berliner Orten des Volksaufstandes in der DDR vor 60 Jahren. Bild: dpa
(dpa) Der SPD-Politiker Egon Bahr ist tot. Der frühere enge Vertraute des SPD-Kanzlers Willy Brandt und Ex-Bundesminister starb im Alter von 93 Jahren. «Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer haben wir in der letzten Nacht vom Tode Egon Bahrs erfahren», sagte Parteichef Sigmar Gabriel am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die deutsche Sozialdemokratie und viele Menschen in Europa trauerten um einen «mutigen, aufrichtigen und großen Sozialdemokraten, den Architekten der deutschen Einheit, Friedenspolitiker und Europäer», sagte Gabriel.

Bahr galt zusammen mit Brandt als Architekt der deutschen Ostpolitik. Die Annäherung an Moskau und die DDR war eine wichtige Voraussetzung zur späteren Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas.

Bahr sei ein großer Vordenker mit einzigartiger politischer Tatkraft gewesen. «Er vertraute wesentlich auf die Macht der Freiheit und die Kraft des Gesprächs, das war die Grundlage für den «Wandel durch Annäherung»», sagte Gabriel.

Bis zuletzt sei Bahr stets ein loyaler und unermüdlicher Ratgeber der SPD gewesen. «Wir werden seine analytische Brillanz, seine Rationalität und Leidenschaft, aber auch sein Temperament und seinen liebenswürdigen Humor sehr vermissen», betonte Gabriel. «Ich werde Egon auch als Freund und Ratgeber sehr vermissen.»

Bahr war erst Ende Juli noch in Moskau und hatte sich dort zusammen mit dem Ex-Sowjetpräsidenten Michail Gorbatschow für ein Ende der Entfremdung zwischen Deutschland und Russland in der Ukrainekrise ausgesprochen.