Betreiber drehen Saft ab

In Irsching steht eines der modernsten Kraftwerke Europas. Weil sich der Betrieb aber nicht lohnt, soll es stillgelegt werden. Ein Rückschlag für die Energiewende.

Die Betreiber des hochmodernen Gaskraftwerks Irsching bei Ingolstadt haben nun offiziell die Stilllegung der Blöcke Irsching 4 und 5 zum 1. April 2016 beantragt. Das teilten Eon sowie die Versorger Mainova, N-Ergie und HSE am Montag mit.

Hintergrund sei "die mangelnde Perspektive für einen wirtschaftlichen Betrieb" nach Auslaufen der derzeitigen Verträge mit dem Netzbetreiber. Beide Blöcke gehören zu den effizientesten und modernsten Kraftwerken Europas.

Im vergangenen Jahr seien die Anlagen lediglich zur Stabilisierung des Stromsystems zum Einsatz gekommen. Die dafür vorgesehene Vergütung reiche gerade aus, um die Kosten zu decken. "Im gesamten Jahr 2014 hat das Kraftwerk zu keiner Stunde Strom für den Markt produziert", heißt es in der Mitteilung. Falls dem Stilllegungsantrag von der Bundesnetzagentur widersprochen werden sollte, drohen die Unternehmen rechtliche Schritte an. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, betonte, man dürfe die Stilllegung untersagen, "sofern das Kraftwerk systemrelevant ist". Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte dies bereits in Aussicht gestellt. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) forderte Gabriel zum Handeln auf. Dieser müsse den wirtschaftlichen Betrieb solch moderner Gaskraftwerke ermöglichen. Grünen-Bundeschefin Simone Peter sprach von einem Rückschlag für die Energiewende.
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