Bewegungsbad in der Klinik Lindenlohe schließt zum Jahresende seine Pforten
"Seesternchen" bald ohne Wasser

Nicht nur die "Seesternchen" (Bild), sondern auch Selbsthilfegruppen sitzen bald buchstäblich auf dem Trockenen: Asklepios schließt das Bewegungsbad in Lindenlohe zum Jahresende. Bild: hfz
Schwandorf-Lindenlohe. (tib) Das Bewegungsbad in der Klinik Lindenlohe schließt zum Jahresende seine Pforten. Betreiber Asklepios führt dafür wirtschaftliche Gründe an. Das will Doreen Landgraf nicht so einfach hinnehmen: Für die Aqua-Pädagogin ist die Entscheidung der Klinikleitung schlicht "eine Katastrophe".

Seit zwölf Jahren betreibt Landgraf ihre Schwimmschule "Seesternchen" im Bad der Klinik Lindenlohe. Rund 14 000 Kinder - so sagt sie - haben in dieser Zeit bei ihr und ihren Mitarbeiterinnen das Schwimmen gelernt. Damit ist es in wenigen Monaten vorbei: Am 31. Dezember diesen Jahres wird das Bad stillgelegt. Die "Seesternchen" - laut Landgraf derzeit rund 1000 Kinder - sitzen damit buchstäblich auf dem Trockenen.

Das Problem ist, dass es in der gesamten Region weit und breit kein weiteres Bad gibt, dass die notwendigen Voraussetzungen erfüllen würde, schildert die Aqua-Pädagogin im Gespräch mit dem NT. Da ist zum einen die Wassertemperatur: 32 Grad Celsius sollten es mindestens sein. Hinzu kommen für sie weitere Standortfaktoren wie die Tiefe und Größe des Beckens, die Wasserqualität oder die Privatsphäre im Gegensatz zu einem öffentlichen Bad. "Unverständlich", sei dieser Schritt des Klinik-Betreibers, beklagt Landgraf - vor allem vor dem Hintergrund, dass die Bäder in Nabburg und Oberviechtach sowie in Burglengenfeld ebenfalls bereits zu sind. Das Becken in Lindenlohe sei voll ausgelastet, werde kostendeckend betrieben und sei voll funktionsfähig.

Soziale Verantwortung

In diesem Zusammenhang geht es für die Aqua-Pädagogin auch um eine soziale Verantwortung den Menschen gegenüber, weshalb die Konzern-Entscheidung, das Bad zu schließen, nicht nachvollziehbar sei. Gleiches gelte für die Regierung der Oberpfalz, die Fördergelder in Millionenhöhe zahle, diese aber nicht an den Erhalt des Bades knüpfe.

Betroffen von der Bad-Schließung ist nicht nur die Schwimmschule: Zum Beispiel Selbsthilfegruppen oder die Mitglieder der BRK-Wassergymnastik werden bald ebenfalls vor verschlossenen Türen stehen. Während die BRK-Wassergymnastik laut Kreisgeschäftsführer Alfred Braun wohl auf mehrere Orte verteilt werden kann, sieht es beispielsweise bei der Rheuma-Liga schlecht aus; "Da wir für unsere Mitglieder aus Schwandorf und dem gesamten Landkreis keine andere Möglichkeit haben, die Wassergymnastik durchzuführen, ist durch die Schließung des Bades die therapeutische Versorgung akut gefährdet", schreibt Vorsitzender Josef Scheuerer in einem Brief, den er an die Klinik-Leitung sowie Politiker adressierte. Keine Alternative wäre das Becken im ehemaligen Nabburger Krankenhaus, das bald unter der Regie des Roten Kreuzes steht. Dort herrsche Sanierungsbedarf. Außerdem seien die Hygienevorschriften derart enorm, dass ein wirtschaftlicher Betrieb nicht möglich wäre, sagte Kreisgeschäftsführer Alfred Braun auf Anfrage.

Kaum von Patienten genutzt

Das ist auch der Hauptgrund, weshalb Asklepios das Bad schließen wird. Regionalgeschäftsführer Dr. Boris Rapp schildert das Problem aus seiner Sicht: Das Bad in Lindenlohe werde hauptsächlich von externen Besuchern genutzt, kaum von Klinik-Patienten. Außerdem ist es laut Dr. Rapp ziemlich in die Jahre gekommen: "Wir müssten eine Generalsanierung machen, brauchen das Bad aber eigentlich nicht - und das steht in keinem Verhältnis", begründet der Regionalgeschäftsführer die Entscheidung. Aus Sicht des Betreibers würde es reichen, wenn im Zuge der Erneuerung der gesamten Abteilung für Physikalische Therapie im kommenden Jahr dort ein kleines Becken für zwei Personen stehen würde.

Dr. Rapp hat zwar Verständnis für die Situation der Badbenutzer und bezeichnet sie als "tragisch". Allerdings sieht er keine Lösung: "Wir können kein Geld investieren, das wir für die stationären Patienten nicht nutzen". Der Morbus-Bechterew-Gruppe sowie der Rheuma-Liga sei angeboten worden, das Becken in der Asklepios-Klinik in Bad Abbach zu nutzen.
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