Biber nagt an den Nerven

CSU und Freie Wähler wollen konsequenter gegen die Ausbreitung des Bibers vorgehen. SPD und Grüne halten das für unnötig.

CSU und Freie Wähler im Landtag drängen auf ein entschlosseneres Handeln bei der Begrenzung der Biberpopulation. Im Umweltausschuss stimmten sie für einen Antrag der CSU, den Vollzug bei der "Entnahme" von Bibern aus der Natur bayernweit einheitlich zu regeln. Bislang erfolgt dies auf der Grundlage regionaler Managementpläne, deren Umsetzung den Landratsämtern obliegt. Diese legen die Vorschläge aber offenbar sehr unterschiedlich aus. Ein weitergehender Antrag der Freien Wähler, der ein "noch wirksameres Vorgehen gegen diese Tiere" zum Ziel hatte, fand keine Mehrheit, da er gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen würde. SPD und Grüne hielten die bestehenden Vorgaben für ausreichend.

Der vor rund 30 Jahren wieder angesiedelte Biber gehört den besonders geschützten Tierarten an und unterliegt einem grundsätzlichen Jagdverbot. Tötung oder Gefangennahme ist nur in Einzelfällen und unter strengen Auflagen erlaubt. Gegenwärtig wird der Bestand in Bayern auf 16 000 Tiere geschätzt. Der Großnager hat damit fast alle für ihn geeigneten Biotope besetzt, immer häufiger weichen die Tiere deshalb auf Bereiche von Kläranlagen oder Hochwasserschutzdämmen aus und verursachen bei Landwirten und Kommunen hohe Schäden. Jährlich werden gut 1000 Biber getötet oder gefangen genommen, womit das Populationswachstum weitgehend gebremst werden konnte.

Der Ausschussvorsitzende Christian Magerl (Grüne) hielt die Anträge von CSU und Freien Wählern für unnötig. "Das Bibermanagement in Bayern ist grundsätzlich gelungen und funktioniert", urteilte er. Es sei richtig, dass über die Entnahme von Bibern auf regionaler Ebene nach den örtlichen Begebenheiten entschieden werde. Florian von Brunn (SPD) teilte diese Einschätzung, forderte aber bessere Entschädigungsregelungen und die gesetzliche Festlegung breiterer Gewässerrandstreifen. Allein damit könnten 90 Prozent der Schadensfälle in der Landwirtschaft vermieden werden. Dagegen meinte Benno Zierer (Freie Wähler), die Situation erfordere es, analog zum ebenfalls geschützten Kormoran "stärker regulierend einzugreifen".
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