Billiger geht's nicht

Eine neue Erstaufnahmeeinrichtung in Regensburg soll helfen, den Flüchtlingsstrom zu bewältigen. Hoffnungen auf geringere Baukosten haben sich aber zerschlagen.

Trotz der Kosten von rund 40 Millionen Euro hat der Haushaltsausschuss des Landtags der Schaffung der Oberpfälzer Erstaufnahmeeinrichtung für 528 Asylbewerber und 110 Verwaltungsmitarbeiter in der Regensburger Bajuwarenkaserne mit großer Mehrheit zugestimmt. Lediglich die Freien Wähler votierten dagegen und forderten eine deutliche Kostenreduzierung. Nach Berechnungen des FW-Abgeordneten Alexander Muthmann, die auf Daten des Baukosten-Informationssystems der Architektenkammer beruhen, ließen sich durch das Herabsetzen einiger Standards knapp 9 Millionen Euro einsparen.

Nicht nur Kosmetik

Der Ausschuss beschäftigte sich bereits zum zweiten Mal mit dem von Sozialministerin Emilia Müller angestoßenen Vorhaben. Im Dezember wurde die zuständige Oberste Baubehörde beauftragt, die Planungen noch einmal durchzurechnen. "Wir können uns nicht vorstellen, dass wir deutlich unter 40 Millionen Euro kommen können", erklärte nun Behördenleiter Helmut Schütz. Er verwies darauf, dass die Kaserne seit 15 Jahren leer stehe. "Gebäude und Versorgungsinfrastruktur sind weitgehend am Verfallen, mit ein paar kosmetischen Reparaturen ist das nicht getan", so Schütz. Zudem müsse die Innenausstattung wegen der hohen Beanspruchung "einigermaßen robust" sein. "Da kann man nicht einfach im Baumarkt einkaufen gehen." CSU, SPD und Grüne befürworteten das Vorhaben trotz der Kosten. Der Standort sei bestens geeignet, das Raumprogramm beruhe auf rechtlichen Vorgaben, betonte Wolfgang Fackler (CSU). Claudia Stamm (Grüne) sagte, die Flüchtlingsaufnahme sei eine staatliche Aufgabe. "Wir stehen dazu, auch wenn wir es gerne billiger hätten."
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