Bio-Umsteller brauchen Verlässlichkeit

Verlässlichkeit in den politischen Rahmenbedingungen ist eine Grundvoraussetzung, mehr Landwirte für den Ökolandbau zu gewinnen. Das haben mehrere Referenten übereinstimmend bei einem Fachgespräch zum Thema "Bio-Landwirtschaft" zum Ausdruck gebracht, das vor wenigen Tagen in Berlin stattfand. Danach seien stabile Förderbedingungen, "die über Landtagswahlen hinausreichen", wichtiger als die Prämienhöhe.

Nach Auffassung des Vorsitzenden des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, reicht das in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung festgelegte 20-Prozent-Ziel für den Anteil der Ökoanbauflächen nicht aus. Entscheidend sei ein konkreter Zeitplan, dieses Ziel zu erreichen. Prinz Löwenstein sieht die Politik in der Pflicht, konkrete Schritte dafür einzuleiten. Der wachsende Import von Ökoprodukten als Reaktion auf die hierzulande rasant steigende Nachfrage werfe für die Branche insgesamt schwierige Fragen auf.

Bioland-Präsident Jan Plagge verwies auf merklich steigende Umstellerzahlen, nicht zuletzt infolge der schwierigen Marktsituation im konventionellen Bereich. "Wir brauchen mehr Ökolandwirte", betonte Plagge. Der Ökomarkt biete verlässliche Absatzperspektiven. Plagge kündigte an, noch intensiver das Gespräch mit konventionellen Landwirten zu suchen, um sie für eine Umstellung zu gewinnen. In der politischen Diskussion müsse deutlich gemacht werden, dass Zahlungen im Rahmen der Zweiten Säule anders als die Direktzahlungen "keine Subventionen sind, sondern öffentliches Geld für öffentliche Leistungen". (proplanta)
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