Bischöfe beenden fünfjährige Gespräche - Kritiker vermissen greifbare Ergebnisse
Marx erkennt Bewegung

Kardinal Reinhard Marx. Bild: dpa
Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat den innerkirchlichen Gesprächsprozess der vergangenen fünf Jahre als Erfolg bewertet. "Dieser Prozess hat seinen Einfluss auf die Arbeit in der Kirche gehabt", sagte der DBK-Vorsitzende Reinhard Marx am Freitag beim Abschlusstreffen in Würzburg.

Die Gesprächsreihe sollte die katholische Kirche und ihre Gläubigen wieder enger zusammenführen und das nach Missbrauchskandalen beschädigte Vertrauen wieder herstellen. Er habe die Diskussionen zwischen Oberhirten, Priestern und Laien stets in die Bischofskonferenz eingebracht, sagte Kardinal Marx. In viele Themenbereiche sei auf diese Weise Bewegung gekommen. Als Beispiele nannte der Münchener Erzbischof das Arbeitsrecht, die Beteiligung von Frauen sowie die Reizthemen Ehe, Familie und Sexualität. "Das ist auch von hier und von dem Dialogprozess inspiriert." Außerdem hätten die Repräsentanten des kirchlichen Alltags und die Bischöfe ein "neues Miteinander gefunden". Nach Ansicht von Kritikern brachten die Gesprächsforen nur den Austausch von Meinungen, aber keine konkreten Reformen.

Die Bischöfe verwiesen darauf, dass viele Vorschriften - wie etwa die Ehelosigkeit von Priestern oder die Nicht-Zulassung von Frauen zum Priesteramt - nur weltkirchlich geändert werden könnten. Die Reformbewegung "Wir sind Kirche" kritisierte, der Dialogprozess sei bald zu einem unverbindlichen Gesprächsprozess herabgestuft worden.
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