Blackbox: Copilot flog gezielt gegen Bergwand

Das Bild von der Katastrophe der Germanwings-Maschine wird immer vollständiger. Die Ermittlungen in Frankreich und Düsseldorf weisen in die gleiche Richtung: Der Copilot hat sich mit dem Thema Selbsttötung beschäftigt hat und den Flieger absichtlich zum Absturz gebracht.

Erst suchte er im Internet nach Suizidmethoden, später leitete er gezielt den Sinkflug ein: Nach Auswertung der zweiten Blackbox verdichtet sich der Verdacht gegen den Germanwings-Copiloten, dass er den Airbus mit Absicht gegen eine Bergwand steuerte. Aus den Daten des Flugschreibers geht hervor, dass Andreas L. die Maschine bewusst in den Sinkflug brachte und beschleunigte, wie die französische Untersuchungsbehörde Bea mitteilte.

Nach Erkenntnissen der Düsseldorfer Ermittler hatte der Copilot kurz vor dem Todesflug im Internet nach dem Thema Suizid und Informationen über die Sicherheit von Cockpittüren gesucht. Politik und Luftfahrtbranche wollen nach Ostern beraten, ob die Technik der Cockpittür geändert werden soll.

Der Autopilot sei von dem Anwesenden im Cockpit so eingestellt worden, dass die Maschine auf 100 Fuß - umgerechnet etwa 30 Meter - hinuntergeht, wie die Untersuchungsbehörde Bea weiter mitteilte. Schon seit die erste Blackbox ausgewertet ist, wird der Copilot verdächtigt, den Kapitän aus dem Cockpit ausgesperrt zu haben. Das Flugzeug war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt.

Der zweite Flugschreiber war am Donnerstag an der Unglücksstelle gefunden worden. Er war von Geröll verschüttet. Der Rekorder zeichnet Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel auf. Die erste Blackbox, der Sprachrekorder des Flugs 4U9525, hatten die Bergungskräfte bereits am Unglückstag in der Vorwoche gefunden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) schlug die Einführung einer Ausweispflicht an Flughäfen vor. Die Airlines sollten auch bei Flügen im Schengen-Raum die Identität ihrer Passagiere überprüfen, so der Minister. Sonst bleibe unter Umständen unklar, wer tatsächlich im Flugzeug sitze. Bislang müssen Passagiere bei solchen Flügen nicht immer einen Ausweis vorzeigen. De Maizière hält das für ein Sicherheitsproblem. (Seite 6)
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