BLLV-Präsidentin: Schluss mit Sitzenbleiben
«Negative Gefühle und Selbstzweifel»

Symbolbild: dpa
München. (dpa) Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Simone Fleischmann, sieht im Sitzenbleiben keine Lösung. In vielen Fällen steckten hinter Schulversagen andere Probleme wie Entwicklungsstörungen, schwierige Familienverhältnisse oder ungünstige Lernbedingungen, sagte Fleischmann am Dienstag. Die betroffenen Kinder brauchten Hilfe. Fleischmann forderte erneut, das Sitzenbleiben ganz abzuschaffen. Der BLLV schätzt die Zahl der Schüler, die in Bayern an allgemeinbildenden Schulen das Klassenziel nicht erreichen, auf rund 30.000.

Gerade für Kinder, die das Klassenziel nicht erreicht oder den Übertritt auf die gewünschte Schule nicht geschafft haben, sei die Zeugnisvergabe am Freitag besonders schwer, sagte Fleischmann. «Sie bekommen es sozusagen noch einmal "schwarz auf weiß' präsentiert, dass sie in diesem Schuljahr versagt haben. Für die meisten Kinder und Jugendlichen ist das schlimm und löst fast immer negative Gefühle und Selbstzweifel aus.»

Deshalb sei es umso wichtiger, gerade diese Kinder zu unterstützten und nicht zusätzlich zu demotivieren, indem sie kritisiert, geschimpft oder gar bestraft würden.
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