Blutentnahme unbedingt widersprechen - Keine "Übungen" durchführen
Das Verhalten bei Trunkenheitsfahrten

Fachanwalt für VerkehrsrechtFachanwalt für Strafrecht

Wer kennt das nicht? Eine durchzechte Nacht und man fühlt sich fahrtüchtig - ein oft folgenschwerer Trugschluss! Ab einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille liegt eine strafbare Trunkenheit im Verkehr vor, die neben einer erheblichen Geldstrafe auch einen Führerscheinentzug zur Folge hat. Begeht man einen alkoholbedingten Fahrfehler, liegt regelmäßig bereits ab 0,3 Promille eine strafbare Trunkenheit im Verkehr vor.

Sofern eine Blutentnahme angeordnet wird, sollte man als Betroffener der Blutentnahme unbedingt widersprechen. Die Blutentnahme darf dann zwar dennoch durchgeführt werden, jedoch darf nach den gesetzlichen Vorschriften der Strafprozessordnung regelmäßig (außer bei Gefahr in Verzug = dringende Fälle) nur ein Richter die Blutentnahme anordnen.

Regelmäßig wird man nach einer entdeckten Alkoholfahrt aufgefordert, verschiedene Übungen, wie Finger-Nasen-Probe, plötzliche Kehrtwendung usw. durchzuführen. Hierzu besteht keine Verpflichtung. Man sollte davon Abstand nehmen, derartige Übungen durchzuführen, da diese regelmäßig zum Nachteil des Betroffenen verwertet werden. Letztlich empfiehlt es sich, zeitnah nach einer Trunkenheitsfahrt einen auf das Verkehrs- und Strafrecht spezialisierten Rechtsanwalt aufzusuchen. Dieser kann noch im Ermittlungsverfahren Akteneinsicht beantragen und gemeinsam mit dem Betroffenen die bestmögliche Verteidigungsstrategie entwickeln.
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