Blutiger Terror in Kuwait, Frankreich und Tunesien

Tunesische Sicherheitskräfte haben nach dem Anschlag in Sousse einen Mann in Gewahrsam und geleiten ihn an wütenden Einwohnern vorbei. Ein Attentäter wurde bei dem Angriff auf Touristen erschossen. Bild: dpa

Ein Tag der Gewalt: Innerhalb weniger Stunden sterben bei Anschlägen in drei Ländern mehr als 60 Menschen. In Tunesien sind wohl auch Deutsche unter den Opfern. Überall gibt es Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund.

Bei mutmaßlich islamistischen Anschlägen in Tunesien, Kuwait und Frankreich sind am Freitag innerhalb kurzer Zeit mindestens 65 Menschen getötet worden - darunter vermutlich auch Deutsche. Allein im Badeort Sousse an der tunesischen Mittelmeerküste gab es mindestens 37 Tote. Die meisten waren Urlauber, die vor einem beliebten Hotel am Strand gelegen hatten. "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass deutsche Staatsangehörige Opfer des Anschlags geworden sind", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Freitagabend.

In Kuwait-Stadt zündete ein Mann bei einem Selbstmord-Attentat in der Nähe einer schiitischen Moschee während des Freitagsgebets eine Bombe. Es gab mindestens 27 Tote und 227 Verletzte. Frankreich wird durch einen besonders brutalen Mord erschüttert: Nach einem Überfall auf eine Industriegasefabrik bei Lyon wurde die Leiche eines enthaupteten Geschäftsmanns entdeckt. Der mutmaßliche Täter - ein 35-Jähriger mit Kontakten zur radikal-islamistischen Szene - hatte möglicherweise geplant, die Fabrik in die Luft zusprengen.

Zusammenhänge offen

Ob die Anschläge in einem Zusammenhang stehen, war unklar. Überall gab es jedoch Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Der Angriff auf das Hotel "Imperial Marhaba" in Sousse geht nach Angaben des tunesischen Innenministeriums auf das Konto von zwei Terroristen. Später war von einem einzelnen Schützen die Rede, ein tunesischer Student, den Sicherheitskräfte töteten. Dass es einen zweiten Täter gab, der festgenommen wurde, hatten die Behörden am Abend dementiert. Nach Angaben des tunesischen Gesundheitsministeriums sind unter den Opfern Deutsche, Briten und Belgier. Erst im März waren bei einem Überfall von Islamisten auf ein Museum in Tunis mehr als 20 Menschen getötet worden. Knapp ein halbes Jahr nach den Mordanschlägen von Paris wurde Frankreich erneut von einem islamistischen Attentat erschüttert. Auf dem Körper des enthaupteten Manns wurden arabische Schriftzeichen entdeckt. Sein Kopf steckte auf einem Zaun, der die Fabrik in der Gemeinde Saint-Quentin-Fallavier umgibt. Am Tatort wurde der 35-Jährige überwältigt, der wegen radikaler Tendenzen schon 2006 aufgefallen war, jedoch nicht mehr unter Beobachtung stand. Das Opfer soll sein Chef gewesen sein.

In Kuwait-Stadt sprengte sich nach Angaben der offiziellen Nachrichtenagentur Kuna ein Selbstmord-Attentäter während des Freitagsgebets in der Imam-Sadik-Moschee in die Luft. Im Internet kursierte eine Mitteilung, in der der IS die Verantwortung übernahm. Bei einem IS-Anschlag im Nordosten von Syrien wurden nach Angaben von Menschenrechtlern mindestens 20 Menschen getötet. Bei einem Angriff der islamistischen Terrororganisation Al-Shabaab auf die afrikanische Friedenstruppe in Somalia starben mindestens 50 Soldaten aus Burundi.

Angesichts der Anschläge mahnte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem entschlossenen Kampf gegen den internationalen Terrorismus. "Die Meldungen machen uns allen noch einmal klar, vor welchen großen Herausforderungen wir stehen, wenn es um den Kampf gegen Terrorismus und islamistischen Terrorismus geht." (Kommentar und Seite 8)
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