Bluttat heizt Waffendebatte an

Zunächst waren die Einsatzkräfte noch auf der Suche nach einem möglichen dritten Täter. Polizeichef Jarrod Burguan gab anschließend bekannt, es sei eine dritte Person festgenommen worden, deren Rolle aber unklar sei. Geschossen habe wohl nur das Paar. Bild: dpa

Was trieb ein Paar in Kalifornien dazu, in Kampfmontur eine Feier zu stürmen und mindestens 14 Menschen zu töten? Während Ermittler Antworten suchen, wird auf politischer Ebene ein alter Streit neu entfacht: das Waffenproblem der USA.

Nach der Bluttat in einer Sozialeinrichtung in Kalifornien und einer Verfolgungsjagd mit insgesamt 16 Toten hat sich die Debatte um ein strengeres US-Waffenrecht verschärft. Präsident Barack Obama, ranghohe Demokraten und Bewerber im Rennen um das Weiße Haus forderten umgehend strengere Gesetze und Kontrollen. Laut Medien ist die Attacke in San Bernardino die 355. Schießerei in den USA in diesem Jahr, bei der vier oder mehr Menschen getötet oder verletzt wurden.

Streit mit Kollegen

Maskiert und schwer bewaffnet hatten Syed Farook (28) und seine Frau Tashfeen Malik (27) im Inland Regional Center, das die Betreuung von Menschen mit Entwicklungsverzögerungen koordiniert, das Feuer eröffnet. Auslöser war offenbar ein Streit Farooks mit seinen Kollegen, die einen Raum für eine Feier gemietet hatte. Das Paar tötete 14 Menschen und verletzte 21 weitere. Beide starben später im Schusswechsel nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei. Einen terroristischen Hintergrund schloss das FBI zunächst nicht aus. Es gebe Hinweise, dass der Bluttat "eine gewisse Planung" vorausgegangen sei, sagte der Polizeichef der Stadt, Jarrod Burguan. Farook und Malik, die eine Tochter (sechs Monate) hatten, seien "vorbereitet" für eine "Mission" gewesen. Farook habe die Feier wütend verlassen und sei dann bewaffnet zurückgekehrt. Ermittler hätten in der Wohnung, im gemieteten Fluchtauto und an den Körpern der beiden Rohrbomben, mehr als 7000 Schuss Munition für Sturmgewehre, Pistolen und langläufige Waffen sichergestellt, teilte Burguan weiter mit.

Jedes Mal, wenn sie Nachrichten einer solchen Gewalttat sehe, fühle sie es in ihrer Magengrube, teilte die demokratische Senatorin Dianne Feinstein mit. Der Kongress habe eine "lähmende Angst, die Waffenlobby zu verärgern".

Republikaner blockieren

Nirgendwo komme es so häufig zu Gewalttaten mit Schusswaffen wie in den USA, sagte Obama gegenüber CBS. Nahezu alle Präsidentschaftsbewerber bezogen Stellung. Die meisten Republikaner wehren sich gegen strengere Waffengesetze. Farook wurde als US-Bürger mit muslimischen Hintergrund beschrieben, berichtete der Sender CNN. Laut "Los Angeles Times" kehrte er von einer Reise nach Saudi-Arabien mit seiner Frau zurück. Die amerikanisch-islamische Organisation CAIR sprach den Opferfamilien auf einer Pressekonferenz ihr Beileid aus und unterstrich, dass der Islam eine friedliebende Religion sei. "Unsere Gemeinde hat heute einen schweren Verlust und schweren Schock erlebt", teilte Bürgermeister Carey Davis mit. Die Attacke habe San Bernardino im Herzen getroffen.
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