Blutzeuge des Glaubens

Mesner Gerhard Uschold und Kirchenpfleger Reinhard Leipold (von links) hatten den 1,50 Meter hohen schmiedeeisernen Osterleuchter von damals, der rund 20 Jahre auf dem Kirchenspeicher stand, für den Gedenkgottesdienst für Pfarrer Joseph Losch vorbereitet. Bild: gi

Im Gottesdienst in der Expositurkirche St. Georg erinnerten die Gläubigen an den vor 70 Jahren von den Nazis ermordeten Pfarrer Joseph Losch. Eine Gedenktafel mit Bild in der Kirche zeigt den Priester, der von 1933 bis 1938 Expositus in Etzgersrieth war.

Pfarrer Josef Most ging auf das Leben von Pfarrer Joseph Losch ein, der am 21. Januar 1900 in Rottendorf bei Nabburg geboren wurde und am 29. Januar 1945 in Berlin hingerichtet wurde. Bereits vor der Machtergreifung, zu Jahresbeginn 1933, warnte Losch in einer Predigt vor dem Nationalsozialismus.

Harte Worte gegen Hitler

Am 1. Januar 1933 wurde ihm die Expositur Etzgersrieth anvertraut, wo er gut fünf Jahre als Expositus wirkte. Auch hier schlug er in seinen Predigten harte Worte gegen Hitler an. So wurde seine Tätigkeit im Moosbacher Ortsteil am 1. April 1938 durch eine Versetzung nach Miesbrunn bei Pleystein beendet. Der Ruf als Regime-Gegner eilte ihm aber schon voraus. Im September 1941 erhielt Losch Unterrichtsverbot. Zum Verhängnis wurden ihm aber ironisch-sarkastische Briefe über den Krieg, die wegen der Denunziation eines Ortsbewohners bei einer Hausdurchsuchung am 16. Januar 1944 im Miesbrunner Pfarrhof gefunden wurden.

Zum Tode verurteilt

Nach der Verhaftung kam er zunächst ins Gefängnis in Regensburg, im September 1944 in die Haftanstalt Berlin-Moabit. Der Volksgerichtshof in Berlin verurteilte ihn am 24. November 1944 wegen Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung zum Tode. Am 29. Januar 1945 wurde er daraufhin im Zuchthaus Brandenburg-Görden umgebracht.

In der Stunde seiner Hinrichtung soll sich nach Zeugenaussagen der damaligen Gottesdienstbesucher in der Kirche in Etzgersrieth der schmiedeeiserne Osterleuchter samt Kerze zum Altar gebeugt und wieder aufgerichtet haben. Der Osterleuchte stand damals links vom Hauptaltar. Die Alten haben dies immer wieder erzählt und an die Jungen weitergegeben. Und so wird es auch heute noch berichtet. Pfarrer Losch wird zu den Blutzeugen des Glaubens im Bistum Regensburg gerechnet.
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