Böses Omen für den G7-Gipfel in Bayern

Frankfurt ist erschüttert angesichts der rohen Gewalt und des Hasses: Die Polizei zählt nach den Krawallen vom Mittwoch etwa 150 verletzte Beamte, die Protestbewegung Blockupy mehr als 200 verletzte Demonstranten. Bild: dpa

Am Tag nach den Krawallen rund um die EZB-Eröffnung beginnt das große Aufräumen. Die Polizei will aus den Ausschreitungen in Frankfurt lernen. Das gilt auch für den G7-Gipfel im Juni in Bayern.

Die schweren Ausschreitungen bei den Blockupy-Protesten in Frankfurt schüren Sorgen vor neuen Krawallen bei den anstehenden G7-Treffen in Deutschland. "Wehret den Anfängen", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstag im Bundestag mit Blick auf mögliche Proteste gegen Veranstaltungen der sieben wichtigen Industrienationen (G7) in diesem Jahr.

Bei Protesten zur Neueröffnung der Europäischen Zentralbank in Frankfurt waren am Mittwoch mehr als 350 Menschen verletzt worden. Sowohl Polizei als auch die Organisatoren vom Blockupy-Bündnis korrigierten ihre Zahlen am Donnerstag noch einmal nach oben. Der Schaden geht nach Angaben der Polizei in die Millionen. "Diese Ausschreitungen waren vorbereitet, organisiert und gesteuert und keinesfalls spontan", sagte der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill.

Etwa 525 Beschuldigte wurden festgehalten, 26 von ihnen festgenommen. Rund 150 Polizisten wurden verletzt, etwa 80 von einer unbekannten Flüssigkeit, die mit ABC-Masken geschützte Straftäter eingesetzt hätten. Das Blockupy-Bündnis seinerseits sprach von mehr als 200 verletzten Demonstranten. Die Verantwortung für die Ausschreitungen wiesen die Organisatoren zurück, gaben aber zu: "Mit so einer Eskalation haben wir nicht gerechnet." Der Planungsstab der Polizei für den G7-Gipfel Anfang Juni auf Schloss Elmau in Oberbayern will Lehren aus den Frankfurter Krawallen ziehen. Beamte aus Bayern waren zur Beobachtung in Frankfurt. Ihre Erkenntnisse sollen in das bestehende G7-Sicherheitskonzept einfließen, "um solche Eskalationen so weit wie möglich zu verhindern", sagte Sprecher Hans-Peter Kammerer. Die Staats- und Regierungschefs der führenden westlichen Industriestaaten treffen sich vom 7. bis 8. Juni in Bayern. Die Deutsche Polizeigewerkschaft schlug für diese Zeit vorübergehende Grenzkontrollen vor.
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