Brunner erlaubt Nachtzielgeräte in "Problemregionen" - Bundeskriminalamt muss zustimmen
Wildschweine im Dunkeln erlegen

Der bayerische Agrarminister Helmut Brunner (CSU) erlaubt im Kampf gegen die rasch steigende Zahl von Wildschweinen ein militärisches Hilfsmittel: Die Jäger im Freistaat sollen künftig in "Problemregionen" auf Antrag Nachtzielgeräte bei der Sauenjagd einsetzen können.

Das ist Teil eines Maßnahmenpakets, mit dem Brunner die rasante Vermehrung der Wildschweine in Bayern eindämmen will. Darüber berichtete zuerst die "Passauer Neue Presse". Allerdings fehlt noch die waffenrechtliche Erlaubnis des Bundeskriminalamts. Mit der Spitze des Bayerischen Jagdverbands (BJV) hatte Brunner einen monatelangen Streit über den Einsatz von Nachtzielgeräten ausgefochten. BJV-Präsident Jürgen Vocke - ein ehemaliger CSU-Landtagsabgeordneter - hält Nachtzielgeräte für nicht waidmännisch. Die Wildschweine haben sich so stark vermehrt, dass Bayerns Jäger inzwischen jährlich mehr als 60 000 Sauen schießen. Nach dem Zweiten Weltkrieg nur in Nordbayern zu finden, haben sich die Tiere inzwischen nach Süden ausgebreitet, nur in den Alpen sind sie nach wie vor selten. Trotz der hohen Abschusszahlen vermehren sich die Schweine weiter, so dass es inzwischen vielerorts Konflikte und Streit zwischen Jägern und Bauern gibt.

"Wir brauchen neue Impulse für eine noch effizientere Bejagung und eine dauerhaft wirksame Bestandsregulierung", sagte Brunner. Das Maßnahmenpaket des Agrarministers enthält noch weitere Punkte. Den Schlüssel zum Jagderfolg sieht Brunner in der intensiveren Zusammenarbeit der Jäger mit Grundeigentümern und Förstern. Sie sollen künftig unter anderem vermehrt Schwarzwild-Arbeitskreise gründen, gezielt Schussschneisen in den Feldern anlegen und alle rechtlich erlaubten Möglichkeiten für eine noch effizientere Jagd ausschöpfen - bis hin zur Verlängerung von Jagdzeiten.
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