Bsirske: Langer Arbeitskampf

Verdi kämpft an mehreren Tariffronten. Nun zeichnet sich ein neuer Konflikt ab: Die Gewerkschaft will für eine deutlich bessere Bezahlung der Kita-Beschäftigten kämpfen. Verdi-Chef Bsirske stellt einen langen Arbeitskampf in Aussicht.

Verdi-Chef Frank Bsirske hat eine harte Auseinandersetzung im Kampf für höhere Gehälter für die Kita-Beschäftigten in Deutschland angekündigt. Sollten die Arbeitgeber zu keinen Zugeständnissen bereit sein, drohe ein ähnlich langer Arbeitskampf wie 2009, sagte Bsirske am Donnerstag in Fürth. Damals hatten Kita-Beschäftigte zwölf Wochen lang für höhere Einkommen gekämpft.

95 Prozent Frauenarbeit

Die Kinderbetreuung in Krippen, Kindergärten und Kindertagesstätten sei zu 95 Prozent Frauenarbeit. "Und die Frauen dort machen richtig gute Arbeit. Und wir können erwarten, dass gute Arbeit auch richtig gut bezahlt wird", sagte Bsirske. Der Tarifstreit müsse zu einer Auseinandersetzung über den gesellschaftlichen Wert der Leistung pädagogischer Facharbeiter genutzt werden.

Zugleich forderte Bsirske die Bundesregierung dazu auf, stärker in die öffentliche Infrastruktur zu investieren. "Stattdessen hält Finanzminister Schäuble bei der Neuverschuldung an der Politik der schwarzen Null fest", kritisierte er. Angesichts historisch niedriger Zinsen müsse der Investitionsstau aufgelöst werden. Das von Wolfgang Schäuble angekündigte, bis 2018 angelegte Zehn-Milliarden-Euro-Investitionsprogramm reiche nicht aus.

Die wiedergewählte bayerische Verdi-Chefin Luise Klemens sprach sich energisch gegen Pläne der Bundesregierung für ein Tarifeinheitsgesetz aus. Ein solches Gesetz, mit dem die Regierung die Macht von Spartengewerkschaften wie die der Lokführer oder der Piloten eindämmen will, wäre ein massiver Eingriff in das Streikrecht. Ohne Streikrecht seien Tarifverhandlungen aber nicht mehr als eine "kollektive Bettelei", sagte Klemens.

Mitgliederzahl stabilisiert

Verdi hatte in Bayern nach der Verschmelzung mehrerer DGB-Einzelgewerkschaften 2001 mehr als 50 000 Mitglieder verloren. Inzwischen habe sich die Mitgliederzahl bei 230 000 stabilisiert, sagte ein Sprecher. Neueintritte hätten die jährlichen Austritte ausgeglichen.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.