Bürger formieren sich zum Widerstand
Freihölser machen gegen Sandgrube mobil

Fast aus jedem Haus in Freihöls waren Anwohner dabei, als im Rathaus die Pläne zu einem gigantischen Sandgruben-Erweiterungsprojekt in Augenschein genommen wurden. Mit einer Sammeleinwendung wollen die Bürger die durch Sprengungen verursachte Sorge um ihre Häuser der Genehmigungsbehörde nahebringen. Bild: hou
Archiv
Deutschland und die Welt
19.11.2013
1
0
Freihöls. (hou) Die Bewohner von Freihöls machen mobil. Sie wollen unter keinen Umständen hinnehmen, dass eine am westlichen Rand ihres Dorfes liegende Sandgrube in fünf Abschnitten um das Doppelte ihrer bisher 24 Hektar umfassenden Größe erweitert und dabei bis auf wenige Meter an die Wohnbebauung herangegangen wird.

Im Rathaus der Gemeinde Fensterbach in Wolfring liegen derzeit die Pläne für das Erweiterungsprojekt aus. Dorthin begaben sich die Freihölser in großer Zahl, um sie gemeinsam einzusehen. Dabei stellte sich heraus, dass die Sorgen der Haus- und Grundstücksbesitzer vornehmlich den regelmäßig in der Grube hochgehenden Sprengungen gelten.

Schäden verursacht

Diese Sprengungen hatten in der Vergangenheit bereits immer wieder für schwere Erschütterungen und auch Schäden im Dorf gesorgt. Im Mittelpunkt des Bürgerargwohns steht deshalb ein vorliegendes Sprenggutachten, bei dem nach Auffassung der Dorfbewohner immer dann die Sprengwirkungen gemessen wurden, wenn die Messungen vorher in der Grube bekannt waren. Von daher, ließen Bürger anklingen, verwundere es auch nicht weiter, dass sich die aufgezeichneten Daten im Bereich des Normalen und Ungefährlichen bewegten.

Letztmals hatte am Donnerstag, 17. Oktober, eine Detonation das Dorf schwer erschüttert. Bewohner waren aus ihren Anwesen gelaufen, weil sie ein Erdbeben vermuteten. Die Freihölser gehen auch davon aus, dass die Sprengauswirkungen wegen der sandigen Bodenverhältnisse nicht kontrolliert werden können. Zumal der Grubenrand bis auf teilweise 55 Meter an die Wohnbebauung heranrücken soll. Davon betroffen dürfte auch die Deutsche Bahn sein. Deren Linie Schwandorf-Amberg verläuft exakt dort.

Bei dem Gespräch der Freihölser Bürger tauchte in Anwesenheit des 2. Bürgermeisters Franz Ziegelmeier auch die Frage auf, ob es bei einem Sandabbau durch Sprengungen keine gesetzlich geregelten Mindestabstände zu Siedlungen gibt. "Bei Windrädern betragen sie 800 Meter", lautete eines der Argumente.

In den nächsten Tagen soll nun eine Sammeleinwendung verfasst, juristischer Rat gesucht und der Schriftsatz an das Bergamt Nordbayern als Genehmigungsbehörde geschickt werden. Nahezu zeitgleich wird es eine Abstimmung im Fensterbacher Gemeinderat geben. Bei einer Besichtigung vor Ort hatte das Gremium die Erweiterung bereits abgelehnt.

Noch immer unklar ist, ob die Grubenbetreiber in den Besitz der von ihnen zur Erweiterung benötigten Grundstücke gelangen. Von den Grundeignern war bei der Versammlung im Rathaus keiner anwesend.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.