Bürger und Experten sprachen über Umgestaltung von Rosenberg
Herzstück soll pulsieren

Groß war das Interesse an der Bürgerversammlung am Montagabend in Rosenberg. Der Lehrsaal der Feuerwehr reichte gerade noch aus, um das Publikum aufnehmen zu können. Bild: Steinbacher
Sulzbach-Rosenberg. (bt) Die Menschen strömten am Montagabend zur Feuerwehr. In deren Lehrsaal wurde in der Bürgerversammlung über die Umgestaltung von Rosenberg gesprochen. Aber auch darüber, ob ältere Menschen ruhebedürftig seien oder am Leben teilhaben wollen.

Grundsätzlich positiv wurde die Analyse der Feinuntersuchung durch das Planungsbüro Urban Management System (usm, Leipzig) und die Vorschläge, die Diplomingenieur Jens Gerhardt erläuterte, aufgenommen. Ein voll besetzter Saal zeigte das große Interesse, wie der Ortsteil Rosenberg sich weiterentwickeln solle.

Die Wünsche und Anregungen aus der Bevölkerung werden in den endgültigen Beschluss des Stadtrats zur Neuen Mitte von Rosenberg einfließen, versprach Bürgermeister Michael Göth zu Beginn. Innerhalb der Feinuntersuchung wurden insbesondere die ehemalige Waage und die Videothek unter die Lupe genommen, die sich inzwischen im Besitz der Stadt befinden. Geprüft wurde ferner ein besitzloses Gebäude in der Hennebergstraße 1, das der Freistaat Bayern der Stadt zur Nutzung zur Verfügung gestellt hat.

Positive Entwicklung

Während bei den ersten Gebäuden bereits Vorschläge vorliegen, bestehen bei dem Wohnhaus noch keine detaillierten Ideen. Auch die Oberfläche wurden im Sanierungsgebiet in Augenschein genommen. Mit der Gestaltung der Neuen Mitte werde die positive Entwicklung von Rosenberg weiter vorankommen, so Göth.

Untersucht wurde das Herzstück als ältester Bereich von Rosenberg, der rund ein Hektar Fläche umfasst, teilte Planer Jens Gerhardt mit. Zwar sei in erster Linie der öffentliche Bereich Teil der Untersuchung gewesen, doch habe man auch private Häuser angeschaut, inwieweit eine Sanierung geboten wäre.

Verlust des Bildes droht

Insgesamt gehe es darum, dass dieser Teil von Rosenberg, nach dem Strukturwandel infolge des Konkurses der Maxhütte, wieder mehr mit Leben erfüllt werde. Die Befürchtung, dass sehr viele Häuser leer stehen, habe sich nicht bewahrheitet. Trotzdem sollten Veränderungen und Verbesserungen im öffentlichen wie im privaten Bereich erfolgen, ansonsten bestehe die Gefahr, dass das Bild von Rosenberg verschwinde.

Maßnahmen müssten aber nicht unbedingt heute oder morgen, sondern könnten auch längerfristig erfolgen. Wichtig sei, Ideen zu entwickeln und sich Gedanken in dieser Richtung zu machen, forderte der Planer auf.

Fahrbahn verengen

Die Hauptstraße sollte nicht nur zum Durchfahren und Parken genutzt werden, sondern Freiflächen mit Sitzmöglichkeiten schaffen, damit sich Menschen hier aufhalten können. Voraussetzung dafür wäre eine Verschmälerung der Straße. Für das ehemalige Wirtshaus Zur Waage böten sich verschiedene Möglichkeiten der Verwendung an. So könnte das Gebäude für städtische Einrichtungen wie die Stadtbibliothek, aber auch für altersgerechte Wohnungen mit einem Café und einem Gemeinschaftsraum genutzt werden. Bei beiden Varianten würden Kosten von rund zwei Millionen Euro entstehen.

Beim ehemaligen Coop-Markt beziehungsweise der Videothek sei die Sanierung unwirtschaftlich. Hier kommt nach Auffassung des Planungsbüros nur eine Rückführung in Frage. Mit der entstehenden Fläche könnte die Parkplatznot in Rosenberg reduziert werden. Auch für das Gebäude an der Hennebergstraße wäre die Abrissbirne ideal. Dies nicht nur aus finanziellen Gründen - eine solche Maßnahme würde dazu führen, dass die evangelische Kirche besser ins Blickfeld gerückt würde. Von Bedeutung für die Stadt sei, dass die meisten Projekte staatlicherseits förderungsfähig sind.
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